» Hand gebrochen, Penalty verwandelt, Penalty gehalten

Nachwuchseishockey im Berliner Raum findet außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung statt. Es sind irgendwie immer die gleichen Leute, die dort an der Bande stehen. Man kennt sich, und freut sich über Fortschritte der Kinder. Dass nun auch endlich über den Vereins-Rand geschaut wird, beweist die Spielgemeinschaft von FASS und des ECC Preußen Juniors in der Spielklasse der Knaben der ODM. Diese hatte ihr Spiel im Paul-Heyse-Stadion vor der Begegnung unserer Jugendmannschaft in der Niedersachsenliga gegen die Jungbären aus Wolfsburg gewonnen. Diese Liga ist immer noch Neuland. Man kann sich an den ersten Ergebnissen orientieren. Aber so richtig weiß man nie wie stark die Mannschaft ist, die man da empfängt. Der knappe Sieg vor zwei Wochen in Langenhagen machte schon Mut. Aber die Trainingseinheiten der letzten Woche stellten auch einige Fragen. Hatten alle Spieler die klaren Worte der Trainer verstanden? Stimmten heute Disziplin und Einsatz? Es war ein schneller Beginn. Der Puck ging hin und her. Die Wolfsburger körperlich überlegen, die Weddinger versuchten es mit schnellen Gegenangriffen. Noch keine zwingenden Chancen. In der dritten Minute Paul L. zum Tor aber der Goalie der Niedersachsen sicher. Dann Strafe Wolfsburg. Das Überzahlspiel der Berliner aber schwach. Statt eines Powerplays Chancen der Gäste. Und kurz darauf, eigentlich mit Ansage, das 0:1 in der fünften Minute. Aber FASS dadurch nicht verunsichert. Entlastung für die bis dahin gut arbeitende Verteidigung. Spielaufbau, Positionen gehalten, Chance aber wieder der Goalie ... Es war jetzt schon zu sehen, wer heute die überlegende Mannschaft sein würde. Die Weddinger kämpften. Doch manchmal reicht Kampf nicht. Die Niedersachsen waren einfach schneller. Auch Einzelaktionen wie die von Paul L. in der elften Minute in Unterzahl, als er leider nur den Pfosten traf, halfen nicht wirklich weiter. Die Gegentreffer zwei und drei nach knapp zehn Minuten waren folgerichtig. Als dann noch das vierte Gegentor in eigener Überzahl fiel, war eigentlich schon klar, wie dieses Spiel laufen wird. Nicht das die FASS-Jugend keinen Einsatz zeigte, nicht kämpfte, die Wolfsburger waren einfach schneller ... Der fünfte Treffer der Gäste umstritten, Lucas, der das Tor heute hütete, bekam den Puck total unglücklich von der Bande an den Hinterkopf ... Der Mittelabschnitt begann. Es ist wie immer ein Geheimnis, was der Trainer in der Pause seinen Spieler gesagt hat. Aber es wirkte. Kurz nach Wiederanpfiff Joey zum umjubelten Treffer in der 21. Minute! 1 : 5  Endlich Hoffnung? Das Spiel dann etwas ausgeglichener. Mehr Struktur im Aufbau der Weddinger. Chancen auf beiden Seiten. Die besseren hatten aber die Gäste. Die Verteidigung arbeitete konzentriert. Lucas mit einigen sehenswerten Saves. Doch die Geschwindigkeit der Wolfsburger war einfach zu hoch. Der Druck wurde immer höher. Die Treffer der Gäste sechs und sieben in der 26. und 28. Minute. Dann Strafen für beide Mannschaften. Bei vier gegen vier Wolfsburg klar besser, aber die Berliner mit Kampfgeist und dann auch mal mit Übersicht, Pass zum Tor, Alleingang, nur noch der Goalie, Foul von hinten, Penalty!  Kurzer Klärungsbedarf. Jeffrey nimmt den Puck, ab geht´s, kleiner Haken, TOR! Danach mehr Sicherheit im Aufbauspiel der FASS-Jugend. Der Treffer hatten ihnen etwas Sicherheit gegeben. Doch leider kurz vor Drittelende dann das achte Gegentor durch einen Alleingang der Gäste. Die Berliner begannen den Schlussabschnitt mit viel Elan. Kurz nach Beginn gleich mehrere Chancen. Doch den Weg ins Tor fand der Puck nicht. Entweder war der Torwart im Weg oder der Puck ging daneben. Was dann von der 44.  bis zur 48. Minute geschah, war einfach nur peinlich. Die Wolfsburger spielten mit unserer Verteidigung Katz und Maus. FÜNF Tore! Paul S. der im letzten Drittel im Tor stand, konnte einem nur Leid tun. Keine Gegenwehr, die Gäste konnten nach Belieben im FASS-Drittel kombinieren. 2 : 13 nach 48 Minuten... Als es dann noch einen Penalty für die Wolfsburger in der 51. Minute gab, dachten viele Anwesende schon an das Debakel bei den Harzer Wölfen. Der Wolfsburger läuft an, Stille in der Halle, er schießt, kein Tor! Jubel! Die Gegentoren 14 und 15 zu Ende des dritten Drittels waren durch die Verletzung von Jacob irgendwie völlig nebensächlich. Bei einem Zusammenprall knallte er auf das Eis und brach sich das Handgelenk. Wir wünschen Dir gute Genesung und komme bald zurück! Fazit der Partie? Die Niedersachsenliga sorgt für Überraschungen, auch elf Wolfsburger waren heute genug. Schnelles Eishockey ist leider nicht mit jedem FASS-Jugend-Spieler möglich. AS.30.10. Stimmen zum Spiel Trainer Michael Müller: Der Unterschied war heute nicht die Puckbehandlung oder das Stellungsspiel, sondern die körperlichen Fitness. Wer es immer noch nicht verstanden hat, dass im Sommer gearbeitet werden muss, hat es heute gesehen. Der Wille war heute zu erkennen, doch die körperlichen Möglichkeiten waren begrenzt. Jeffrey Mann: Wir müssen unser Stellungsspiel verbessern. Die Disziplin auf dem Eis und auf der Bank war heute viel besser. Daran müssen wir weiter arbeiten.

von Fass Berlin

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