» Eisbären-Nachwuchs-Trio vor dem Sprung in die DEL

Die Jahreszeit bringt es mit sich, dass die Tage nun mit einigem Stress verbunden sind. Bei den meisten liegt es daran, dass sie sich Gedanken machen müssen über die richtigen Geschenke zu Weihnachten. Bei Peter John Lee sind es mehr die verschiedenen Baustellen, auf denen er zu tun hat. Zum einen kümmert er sich als Manager um die Belange des EHC Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und wird in dieser Woche mit dem Berater von Derrick Walser sprechen, der die Berliner im Sommer verließ, aber in der Schweiz nicht recht glücklich wird. Gleichzeitig schaut er auf das Team Sotschi, in dem nach der Hüftprellung von Jens Baxmann nur noch drei Berliner, Constantin und Laurin Braun sowie Daniel Weiß, in den nächsten beiden Tagen mit dem olympischen Perspektivkader gegen Russland spielen. Lee blickt aber auch noch nach Garmisch-Patenkirchen. Dort kämpft die deutsche U20-Auswahl gerade um den Aufstieg in die A-Gruppe.

Nur ein Berliner im deutschen U20-Kader

Ein bisschen Enttäuschung macht sich bei ihm breit, wenn er den Kader begutachtet, der dort am Sonntag Weißrussland 2:1 bezwang. Nur ein Berliner, Henry Haase (18), war dabei, drei absolvierten die Vorbereitung. ?Ich denke, dass alle in das Team gehören?, sagt Lee. Doch Abwehrspieler Thomas Supis (19) saß nur auf der Tribüne, Angreifer Vincent Schlenker (18) wurde wieder nach Hause geschickt. Mit etwas Sarkasmus versucht Lee, das Gute darin zu sehen. ?Frank Hördler wurde auch damals nach Hause geschickt und hat sich in dieser Zeit einen Stammplatz bei uns erspielt?, so Lee. Nun ist Verteidiger Hördler fünffacher Meister ? und Nationalspieler.

Vorbild Frank Hördler

Schlenker spielte also am Sonntag DEL statt U20, ob seine Entwicklung nun aber ähnlich verläuft wie die von Hördler, weiß jetzt noch niemand. Das Potenzial dazu erkennt EHC-Trainer Don Jackson jedoch bei allen Dreien. ?Sie bewegen sich auf einem Level mit dem 85er-Jahrgang?, sagt Jackson. Hördler, André Rankel, Florian Busch und Baxmann sind die Prunkstücke der Berliner Nachwuchsarbeit. Über lange Jahre wurden sie gefördert und bilden nun die Stützen der Mannschaft.

Trainer Jackson setzt auf erfahrene Spieler

Nach ihnen fiel die Erfolgsquote in der Talentausbildung allerdings geringer aus. Das wurde oft Jackson angekreidet, da er nur wenige junge Spieler einsetzte. Manchmal gab es darüber sogar Unstimmigkeiten mit Lee. ?Aber letztlich hast du auch immer Jahrgänge, die nicht so besonders sind?, sagt der Manager. Einige hatten zwischendurch auch schlicht die Möglichkeiten nicht, von denen Hördler und Co. ebenso profitierten, wie es Supis, Haase und Schlenker tun. Die einen spielten damals im klubeigenen Drittligateam. Das wurde aufgelöst, die Nachwuchsarbeit blieb einige Zeit unausgegoren, was das Aufblühen von Laurin Braun und Daniel Weiß gehemmt hat. Inzwischen besteht eine enge Kooperation mit dem Drittligisten FASS Berlin. Lees Sohn Chris ist dort Trainer. Bei ihm spielen die drei zumeist. Haase ist einer der punktbesten Verteidiger, Stürmer Schlenker gehört auch zur Ligaspitze. ?Sie haben Verantwortung da und entwickeln sich super in der Oberliga?, sagt Lee. Und sie sind ein Grund dafür, dass FASS sich von einem mittelmäßigen zu einem Spitzenteam gemausert hat.

Talentierte Nachwuchsspieler seit vielen Jahren

Viele Einsätze in der DEL brachte es ihnen noch nicht, früher war der Übergang durchlässiger. Jackson schaut sich die Jungs öfter im Training an, lässt sie beim DEL-Team mitmachen; Chris Lee berichtet ihm von den FASS-Spielen. ?Supis ist sehr intelligent, Haase schnell und hat einen guten Schuss, Schlenker gute Hände?, sagt Jackson: ?Sie sind die Talentiertesten seit vielen Jahren bei uns.? In der DEL werden sie zunächst dennoch vorwiegend seltene Gäste sein. ?Sie müssen das Spiel noch etwas lernen?, erklärt Jackson. Das gehe seiner Meinung nach besser dort, wo sie permanent auf dem Eis stehen, in der Oberliga also. Sollten die Verletzungssorgen der Berliner anhalten, könnte es mit der DEL wie bei Schlenker am Sonntag aber auch schneller gehen als erwartet. Quelle: Berliner Morgenpost - Dienstag, 13. Dezember 2011 07:28  - Von Marcel Stein

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