» Flutlicht, Führung, verloren

Was ist besonders an einem Flutlichtspiel? Die Vertreter der etwas weiter verbreiteten Sportart ? von einem prominenten Spieler des Kooperationspartners der Männermannschaft der Akademiker mal als ?Pussys? bezeichnet ? sagen,  es mache mehr Spaß. Im Stadion, bei uns ja eher an der Eisfläche, sei die Stimmung einfach besser. Die Spieler sögen es auf und brächten eine deutliche Leistungssteigerung. Zumindest Letzteres stimmte heute bei den übrig gebliebenen Spielern der Weddinger. Es war das zweite Derby von Berliner Mannschaften in der Niedersachsenliga ... Das Hinspiel wurde haushoch verloren, am letzten Wochenende dann die Abreibung gegen die Crocodiles. Aber wir wollten ja schauen. Und das nicht schlecht am Anfang des ersten Drittels. Der EHC machte Druck aber unsere Spieler hatten sich scheinbar etwas vorgenommen. Es wurde gekämpft, gelaufen, gefangen (dazu später mehr)! Manch ein Beobachter traute seinen Augen nicht. Nein, da war noch nicht so viel Glühwein getrunken, die Akademiker hielten super dagegen. Und als dann in der siebenten Minute zwei Spieler des EHC die kalte Strafbank ?drückten?, der Führungstreffer durch Erik auf Vorarbeit von Joey! Was für ein Beginn! Doch wer nun dachte, heute würde die Welt auf den Kopf gestellt, wurde schon zwei Minuten später auf das Eis der Realität zurück geholt. Ausgleich. Und kurz darauf die Führung für den EHC. Nur in Überzahl für die Akademiker war es ein ausgeglichenes Spiel. Aber die wenigen Chancen ... (ja, ja ich wiederhole mich) nicht genutzt. Kurz vor Drittelende dann leider noch das dritte Gegentor. Das Trainerteam schien die richtigen Worte gefunden zu haben. FASS startete in das Mitteldrittel mit hoher Konzentration, Chancen wurden erarbeitet, die Positionen gehalten und hinten hatten wir ja Lucas. Was er heute geleistet hat war einfach nur super! Ich weiß nicht wie viele Schüsse er gehalten hat, die Fangquote wäre auch mal interessant, aber er machte wirklich den Unterschied aus und gab seinen Vorderleuten Sicherheit. Herzlichen Glückwunsch zu dieser Leistung! Doch dann leider in der 31. Minute zerbrach dass Bollwerk und der vierte Gegentreffer fiel. Die heute so konzentriert spielende Verteidigung wurde überspielt und nur eine Minute später das 1 : 5. So ging es auch in die zweite Pause. Die Pause wurde für Gespräche genutzt. An der Bande bei weiteren Getränken (ich sah auch den einen und anderen Tee, es war ganz schön kalt für eine Wintersportart in Zeiten des Klimawandels) in den Kabinen, aber diese Worte werden verschollen bleiben. Das letzte Drittel begann mit viel Druck des EHC. Doch die Defensive hielt. Wenn Lucas mal abprallen lies, sofort ein Verteidiger zur Stelle. Strafe EHC, Chance FASS ? aber ? natürlich kein Tor... Kurz darauf das 1 : 6 in der 46. Minute. Danach kurze Beruhigung, die dann in der 52. Minute eskalierte. Sicher ist ein Derby immer emotional, man kennt sich, einige Spieler spielten schon zusammen, heute gegen einander. Aber ob da eine handgreifliche Auseinandersetzung hilft? Bei dem dünnen Spielerkader sind Spieldauerdisziplinarstrafen in Ausblick auf das kommende Wochenende eher hinderlich. Die sehr guten Schiedsrichter machen alles richtig. Zwei mal gegen FASS, eine gegen den EHC. Danach endlich wieder Eishockey. Doch die Weddinger davon verunsichert. In der 58. Minute das siebente Gegentor. Dann Auszeit des EHC. Bei diesem Spielstand? Was wollte der Trainer seiner Mannschaft sagen? Dann das 1 : 8 in der 59. Minute. Es waren nur noch wenige Sekunden zu spielen. Doch dann sagte sich Trainer Micha Müller ?das kann ich auch? und noch eine Auszeit. Dann war es vorbei und ein denkwürdiger Eishockeyabend im Werner-Seelenbinder Eissportpark war zu Ende. AS 14.1.

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