» Akademiker unterliegen Halle - Der Ritt auf dem Bullen

Nicht nur im Fußball würde man die Begegnung des Tabellenführers mit dem viertplatzierten eine Spitzenspiel nennen.
Auch in der Oberliga Ost zählen die Begegnungen zwischen den Akademikern aus Berlin und den Saalebulls durchaus immer zu den besonderen Partien der Saison, dazu braucht man sich beim Tabellenersten nur an den diesjährigen Saisonauftakt erinnern, der mit dem Gewinn von drei Punkten für die Akademiker vor ausverkaufter Kulisse in Halle endete.

So ging zwar die letzte Begegnung mit Halle im Erika-Hess-Stadion mit 2:9 klar an die Gäste, aber der erfahrene F.A.S.S.-Anhänger weiß auch, dass das für den Ausgang der Partie am gestrigen Freitag keinerlei Bedeutung hat.

Nach der krankheitsbedingten Spielabsage gegen Niesky das Team zwar ohne die beiden DEL-Cracks Vincent Schlenker (in der Reha wegen einer Schulterverletzung) und Supis, dafür aber wieder mit den genesenen Hertel, Haase, und Veber sowie dem "entsperrten" Patrzek und Kapitän Hecker.

Kaum 90 Sekunden nach Spielbeginn stellten die Akademiker  durch den Treffer von Jonas Schlenker klar, dass man nicht gewillt war, sich in eine Wiederholung der Schlappe aus der letzten Begegnung zu fügen, sondern sich dem Kampf um den zweiten Platz zu stellen und den Bullen die Punkte abzuknöpfen.
Als Hecker knapp zwei Minuten später die 2:0 Führung für die Berliner herstellt, kann man den Ärger und die Wut der Hallenser auf dem Eis förmlich riechen, die sich diese Partie sicherlich völlig anders vorgestellt hatten.

Wütend stürmten die Bullen nun auf das Tor der Berliner und schaffen in der 10. und 12. Spielminute die Treffer zum Ausgleich zum 2:2 doch nur knapp 60 Sekunden später verwandelt Scholz eine Konterchance mit unglaublichem Tempo und eiskaltem Abschluss zur erneuten 3:2 Führung, auf der die Akademiker die Bullen auch zur Pause ritten.

Mit ausgetauschtem Torhüter starteten die angeschlagenen Bullen in den Mittelabschnitt, bemüht erneut den Ausgleich herzustellen, doch die Berliner halten dagegen und haben auch das eine oder andere Quäntchen Glück, dass Hallenser Spieler daran hindert gut Chancen zu verwandeln.

In der 31. Spielminute gelingt Polak dann doch in Überzahl der Treffer zum Ausgleich, Veber egalisiert die Bemühungen der Gäste jedoch nur eine Minute später und netzt zur erneuten 4:3 Führung für F.A.S.S. ein. Die Schussstatistik von 9:12 Schüssen zeigt auch deutlich, dass die Berliner eindeutig ein besseres ihrer sonst häufig eher durchwachsenen 2.Drittel spielten.

Dennoch gelang den Hallensern am Ende erneut der Ausgleich und sogar der Treffer zur ersten Führung der Gäste, es ging am Ende also mit 4:5 zum letzten Pausentee.

Der letzte Spielabschnitt war der nackte Kampf um die Entscheidung des Spiels. Die Bullen zwar mit doppelt so vielen Torschüssen, doch vielen viele davon eher harmlos aus. Die Berliner mit wenigen aber auch durchaus gefährlichen Kontern vor dem Tor der Hallenser.

Zum Ende des Drittels jubeln die Berliner bereits über ein Tor, aber Schiedsrichter Metzkow teilt diese Ansicht nicht und so gelingt den Akademikern hier nicht der für den gesamten Spielverlauf verdiente Ausgleich vor 306 Zuschauern.

Chris Lee macht das einzig Richtige und setzt am Ende alles auf eine Karte, Hertel verlässt das Tor und bei 19:36 im letzen Drittel fällt der Treffer zum 4:6 Sieg der Saalbulls gleichzeitig mit einer Strafe gegen Jiri Polak wegen hohem Stocks.

Den Berliner gelang es lange den Bullen zu reiten, am Ende wäre zumindest ein Punkt gerecht gewesen.

Mit der gestern gezeigten Form  wird man am Sonntag sicher in der Lage sein, dem "Lieblingsgegner" dieser Saison, den Black Dragons aus Erfurt wieder Punkte abzuluchsen, bevor es am darauffolgenden Wochenende zum Eishockeyevent in der o2-World kommt.

Ich habe meine Karte schon... und ihr?

Peter Wendel

von Fass Berlin

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