» F.A.S.S. effektiv - Fliegende Fäuste im Wedding

187 Strafminuten hagelte es beim Hauptstadtderby zwischen den ECC Preussen und FASS Berlin. Vor 548 Zuschauern, bei denen vermutlich anwesende Polizisten und Sanitätskräfte mitgezählt wurden, entspann sich einmal mehr das Drama des Lokalderbys zwischen dem ECC Preussen und den Akademikern als Gästen im eigenen Stadion. Von den Fans der Preussen wird das Derby ja immer als Ersatz für die Lokalderbys aus längst verblasster Glorie gesehen, von der allerdings der ECC Preussen gerade in dieser Saison als Laternenträger der Liga meilenweit entfernt ist.

Die Akademiker heute auf die Stammbesatzung dezimiert, mit Supis und Haase aber ohne Anders Johnsson (Red Bull Racing), Jan-Hendrik Seelisch (Wadenbeinbruch), Rick Giermann (Ferse) und sonstige Verstärkung aus der DNL, die Preussen in kompletter Mannschaftsstärke. Doch die schiere Mannschaftsstärke alleine ist ja kein Garant für den Erfolg und gerade die Akademiker haben uns in dieser Saison des Öfteren die Bestätigung der alten Regel "ein Spiel dauert 60 Minuten" geliefert.

Den Anpfiff aber, so scheint es, haben die Gäste eher etwas verpasst, die Akademiker finden im ersten Abschnitt nicht wirklich eine spielerische Linie, während der ECC permanent den Drang nach vorne zeigte. Kein Zweifel, die Mannschaft des ECC wollte dem Publikum etwas bieten und die Mühen wurden in der 9. Spielminute mit dem Führungstreffer zum 1:0 durch Phillipp Reuter belohnt. Die Akademiker irgendwie ein bisschen durch den Wind, Fabio Patrzek kassiert eine Disziplinarstrafe wegen einer Nachfrage beim Schiedsrichter, F.A.S.S. später noch eine Strafe wegen 6 Spielern auf dem Eis. Entscheidend für dieses Drittel ist jedoch, dass der ECC nicht in der Lage ist, mehr als dieses eine Tor zu erzielen, trotz eines Schussverhältnisses von 15:5 Schüssen für den ECC.

Nach der ersten Pause dauert es dann nur 31 Spielsekunden bis die Lage auf dem Eis eskaliert und sich in einer wüsten Keilerei entlädt. Auslöser war eine kleine Keilerei zwischen Christian Gries und Christian Leers, bei dem sich Christian Gries die Schulter auskugelte und seine Kameraden ihm zu Hilfe eilten. Während die Schiedsrichter noch über die Strafen debattieren, verabreden sich die beiden Torhüter quer über das Eis zum Showdown und eine wüste Keilerei zwischen den beiden begann.

Die Akademiker verliessen während der etwa 10minütigen Straffindung des Schiedsrichtergespanns sogar zwischenzeitlich das Eis, wobei sie im Kabinengang von Fans der Preussen von der Zuschauertribüne verbal attackiert wurden, kehrten dann aber auf das Eis zurück, als sich die Schiedsrichter mit den Strafen einig waren. So gingen also nicht nur die beiden Torhüter Krüger und Kügow, sondern auch ihre Kollegen Supis, Veber sowie Pritykin vorzeitig duschen, was insbesondere für die Akademiker, die ja Sonntag noch ihr "Endspiel" in der o2-World (18 Uhr) bestreiten, problematisch ist.

Den Rest des Drittels verbrachten die Teams immerhin doch mit dem Spielen von Eishockey und so ging es nach den Treffern von Henry Haase und Kay Hurbanek mit dem Stand von 2:1 für den ECC in die zweite Pause.

In der 7. Minute des Finaldrittels geriet einer der Linienrichter zwischen die Fronten eines Zweikampfes in der neutralen Zone und Fendt von ECC wird hier wegen eines Angriffs auf den Schiedsrichter ebenfalls vorzeitig unter die Dusche geschickt, was die Akademiker nun plötzlich für 5 Minuten in die Überzahl bringt, nachdem Max Faber in der 4. Spielminute den Ausgleich zum 2:2 erzielt hatte. Als auch noch Hurbanek für den ECC die Bank drückt, schiebt Henry Haase in der 51. Spielminute zur 2:3 Führung für die Akademiker ein und stellt damit den Spielverlauf komplett auf den Kopf, die seit der 21. Minute nur noch mit zwei Reihen gegen die Übermacht der Preussen agieren. Am Ende, trotz einer weiteren Überzahl-Chance mit zusätzlich herausgenommenem Torhüter kurz vor dem Spielende, verteidigen die Akademiker ihren Vorsprung bis die Sirene die Mannschaft und ihre Fans erlöst.

FASS Coach Chris Lee nach dem Spiel: ?Das war ein ganz enges Spiel heute. Ich bin unglaublich stolz auf unsere Mannschaft, JEDER hat heute der Mannschaft geholfen, Charakter gezeigt und am Ende verdient gewonnen. Hut ab zur Leistung unserer BEIDEN Torwarten?.

Fazit: Ein Sieg bei einem Schussverhältnis von 42:24 zu Gunsten des ECC zeigt wie effektiv das arg dezimierte Team trotz aller Widrigkeiten gespielt hat, während der ECC vergeblich gegen das Tor der Akademiker anrannte. Am Ende spiegelt das Ergebnis die Tabelle der Oberliga wieder, der ECC als glückloser Laternenträger am Ende der Tabelle, die Akademiker mit einer guten Saison und viel Einsatz auf Platz 4.

Am Sonntag (18 Uhr,o2-World) warten nun noch die Icefighters Leipzig , die nach ihrem Sieg über Halle nun mit einem Sieg gegen die Akademiker noch auf den begehrten 2. Platz rutschen könnten...

Die Akademiker sind also im letzten Spiel der Hauptrunde das Zünglein an der Waage über Wohl und Wehe von Erfurt und Leipzig und werden uns sicherlich einen weiteren Kampf bis zur letzten Spielsekunde bieten...


ECC Preussen Berlin - FASS Berlin 2:3 (1:0 1:1 0:2)

Tore: 1:0 (8:06) Philip Reuter (Benjamin Grunwald, Vincent Scarsella); 1:1 (36:04) Henry Haase (Benjamin Hecker, Patrick Czajka) 5-4; 2:1 (36:33) Kay Hurbanek (Vincent Scarsella); 2:2 (43:16) Maximilian Faber (Justin Ludwig, Fabio Patrzek); 2:3 (50:43) Henry Haase (Benjamin Hecker, Patrick Czajka) 5-4;

Schiedsrichter: Matthias Möhring

Strafminuten: ECC Preussen Berlin 91 - Spieldauerstrafe Sebastian Pritykin - (Unnötige Härte) + Spieldauerstrafe Steven Kügow - (Unnötige Härte) + Matchstrafe Michael Fendt - (Angriff auf Schiedsrichter) - FASS Berlin 96 ? Disziplinarstrafe Fabio Patrzek - (Kapitän / Assistent-Beschwerde) Spieldauerstrafe Roman Veber - (Unnötige Härte) + Spieldauerstrafe Thomas Supis - (Unnötige Härte) + Matchstrafe Christian Krüger - (Unnötige Härte)

Zuschauer: 548

Peter Wendel & Gerald Hagen

von Fass Berlin

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