» Neues Jahr, neues Glück? ? Mit neuem Trainer auf Punktekurs

Man hatte dabei nicht nur mit den jeweiligen Gegnern zu kämpfen, auch haderte man mit Schiedsrichterleistungen, eigener Disziplinlosigkeit, Sperren und anderen Ausfällen und zunehmender Frustration. Nicht unerheblich dafür verantwortlich wohl das Trainerdilemma, welches eine geordnete Vorbereitung oder einen soliden Saisonverlauf erschwerte. Obwohl die Verantwortlichen schon alles in trockenen Tüchern glaubten, verließ Vorjahrestrainer Heiko Awizus den Verein überraschend in Richtung Lokalrivalen. Kurzfristig einen adäquaten Ersatz zu finden, erwies sich als recht problematisch und letztlich erklärte sich dann Benjamin Hecker bereit, in die Bresche zu springen und sowohl als Trainer als auch weiterhin als Spieler zu funktionieren. Keine so leichte Aufgabe, insbesondere wenn man zum ersten Mal hinter der Bande steht, Familie, Beruf und Sport koordinieren muss und so trat Hecker Ende Oktober zurück. Das System mit einem Spielertrainer ist insbesondere auf diesem Spielniveau schwer umzusetzen. ?Es kann nur funktionieren, wenn der (Spieler-) Trainer einen Assistenten hat, welcher beim Spiel das Coaching an der Bande übernimmt.?, so Seppo Alander, Heckers Nachfolger. Seit Ende November steht der gebürtige Finne nun bereits hinter der Bande von FASS Berlin und versucht, das so lange glück- und punktlose Team um Kapitän Lucien Aicher wieder auf Kurs zu bringen. Seit 25 Spielzeiten trainiert der 53jährige mittlerweile Mannschaften verschiedener Altersklassen und Nationen, war dabei auch drei Jahre als Spielertrainer tätig. Zunächst stand Seppo aber selber auf dem Eis, durchlief bei seinem Heimatverein dem FPS Forssa alle Nachwuchsmannschaften. ?Ich habe vor 35 Jahren und 30 Kilos in Finnlands unteren Klassen (3. und 4. Division) gespielt, dann ist der Verein in die 2. Division aufgestiegen und ich war nicht gut genug.? Dann wechselte er ins Trainerfach: ?Der Anfang war natürlich, wie bei vielen anderen Trainern auch, man übernimmt eine Nachwuchsmannschaft als Trainer und dann kann es passieren, dass du nicht mehr aufhören kannst.? In seinem Heimatland hat er von den Kleinschülern bis zu den Junioren alles trainiert, dann vermittelte er auch in Deutschland und Österreich sein Wissen. Stationen seiner Trainerlaufbahn: EV Füssen (Nachwuchs), EV Landshut (Nachwuchs), ESC München, dem HC Kufstein (Österreich) und SV Kaltern (Süd-Tirol). Zuletzt verlegte Seppo Alander sein Hauptaugenmerk auf die Vermarktung und Organisation von Sportreisen zu den Eishockeyweltmeisterschaften und Trainingslagern in Finnland. In den letzten Jahren veranstalte Alander auch den Füssen Cup, das größte deutsche, und eines der größten Nachwuchsturniere in ganz Europa. Als er sich u.a. nach Vermittlung durch Riitta Schulze bereit erklärte, die Akademiker zu trainieren, kannte er die Mannschaft nur vom Papier, schaute sich nach seiner Ankunft einige Spiele auf DVD an. Der Reiz, ein Team in einer solchen Situation zu übernehmen? ?Es ist schon eine Herausforderung, Probleme zu lösen ? und solche wie diese habe ich noch nie gehabt.? Sein klares Ziel: Wieder ein ?Winnerteam? aus der Mannschaft zu machen. Ihm war dabei von Anfang an bewusst, dass es Zeit kostet, ?die Talfahrt zu stoppen und dann die Mannschaft wieder auf den richtigen Weg nach oben zu führen. Jetzt ist es wichtig, die gute Stimmung und Freude am Spiel wieder zu finden. Beim Training geht es schon deutlich besser und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann es auch beim Spiel klappt, aber innerhalb von zwei Wochen sollte es schon passieren.?, so Seppo Ende Dezember. Und an diese Deadline hat sich das Team auch fast auf den Tag genau gehalten, steigerte sich zunächst nach den zum Schluss zweistelligen Niederlagen deutlich und stetig. Gegen Chemnitz, das erste Spiel des neuen Jahres, prophezeite Alander im Vorfeld einen Sieg ? bei bester Besetzung. Die hatte man nicht, schrammte aber mit 5:6 nichtsdestotrotz denkbar knapp an den ersten Punkten vorbei. Eine Woche später trat FASS dann in Jonsdorf in voller Besetzung an und gewann nach Penaltyschießen den ersten Punkt der Saison. Zufrieden kann Seppo damit aber nicht sein, hatte man weniger einen gewonnen sondern zwei Punkte verloren, führten die Akademiker doch zwischenzeitlich mit zwei Toren... Vergangenen Samstag, im ersten Heimspiel nach fast zweimonatiger Pause, war es dann endlich so weit: Die lang ersehnten ersten drei Punkte der Saison wurden eingefahren. 6:3 lautete das Endergebnis der geglückten Revanche gegen die Jonsdorfer Falken. Nun bleibt zu hoffen, das der Knoten endgültig geplatzt ist und weitere Punkte folgen, aber Alander ist diesbezüglich optimistisch: ?Wir bleiben zusammen, wir kämpfen und wir gewinnen.? Kerstin Moritz ? Radio Eiskalt

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