» Effizienz schlägt Spielanteile

Effizienz schlägt Spielanteile

Ein abwechslungsreiches, faires und bis zum Schluss spannendes Regionalliga-Derby zwischen FASS Berlin und dem ESC 07 Berlin erlebten die gut 120 Zuschauer zum Jahresauftakt im Erika-Hess-Eisstadion, in dem sich der Club als effizientere Team zeigte und letztlich auch Dank des Doktors im Tor mit 4:2 (2:0 1:1 1:1) bei den Weddingern gewann.


Während FASS-Coach Oliver Miethke an diesem ersten Regionalliga-Spieltag des neuen Jahres auf 18 Spieler und zwei Goalies zurückgreifen konnte, musste sich Club-Co-Trainer Martin Ohme (Harald Kuhnke befindet sich derzeit im Urlaub) wegen einiger Ausfälle mit 14 Feldspielern und zwei Torhütern begnügen, was aber dem Spiel keinen Abbruch tat.

Die Akademiker begannen mit Sören Thiem im Gehäuse, der schon nach sieben Sekunden nur noch vier FASS-Spieler vor sich sah, denn der erste Angriff des Clubs konnte nur regelwidrig gestoppt werden. Und diese erste Überzahl nutzte Kevin Haucke nach 108 Sekunden zur Führung für die Gäste. Nach diesem Schock versuchten die Akademiker ins Spiel zu finden, es war aber zumindest in den ersten zehn Minuten noch alles einen Tick zu ungenau, so dass das Team von Martin Ohme immer wieder gefährlich kontern konnte. Und einer dieser Konter führte nicht nur zur zweiten Strafe gegen die Hausherren, sondern auch gleich zum zweiten Tor für den Club durch Phillipp d’Heureuse (8.). Trotz dieses Zwei-Tore-Rückstandes übernahm FASS in der Folge immer mehr das Spiel, eigene gute Möglichkeiten blieben jedoch zunächst Mangelware.

Das sollte sich jedoch im zweiten Drittel schnell ändern und Dr. Sven Spanrad bekam deutlich mehr zu tun. Aber selbst bei den besten Möglichkeiten der Akademiker, bei denen die Fans schon den Torjubel auf den Lippen hatten, war der Doktor auf dem Posten und sicherte den Vorsprung. Es war nun ein munteres Auf und Ab, bei dem auch Sören Thiem mehrfach die Möglichkeit bekam sich auszuzeichnen. Aber wie das so ist in solchen Spielen, wenn man seine eigenen „Hundertprozentigen“, unter anderem auch bei doppelter Überzahl, nicht rein macht, macht es halt der Gegner mit einer eher halben Chance. Kurz vor Drittelende war es dann Lino Werner, der erneut in Überzahl von der blauen Linie einfach mal abzog und traf. Sören Thiem war dabei die Sicht versperrt und so landete die Scheibe zum drittel Mal in seinem Gehäuse (40.). Aber FASS gab sich nicht geschlagen und legte vor der Pause noch eine „Schippe“ drauf, denn Lucien „Schippe“ Aicher stellte zehn Sekunden vor Drittelende mit dem 1:3 den alten Abstand wieder her.

Und Lucien Aicher war es auch, der den FASS-Fans kurz nach Wiederbeginn die Hoffnung zurückgab. In Überzahl behielt er im Gewühl vor dem Tor die Nerven, spielte Doktor Spanrad noch aus und erzielte das 2:3 (43.). FASS drängte nun auf den Ausgleich, aber der Doktor sollte an diesem Abend das bessere Händchen haben und ließ nichts mehr zu. Zudem hatte der Club ja auch noch Lino Werner, der nach einem abgefangenen Angriff selber mal durchmarschierte und das 2:4 markierte (53.). Es sollte die Entscheidung in einem Spiel sein, was eigentlich keinen Sieger verdient hatte, denn auch eine Auszeit und die Herausnahme von Sören Thiem kurz vor Schluss halfen den Akademikern nicht mehr.

Letztlich war es die konsequente und effiziente Chancenverwertung im Powerplay sowie ein bärenstarker Doktor, der dem Club den besseren Jahresauftakt bescherte. Die Akademiker hingegen hatten zwar zwei Drittel lang deutlich mehr vom Spiel und auch mehr Tormöglichkeiten, aber das alles hilft nicht, wenn man die Scheibe nicht ins Tor bringt. Und Sören Thiem war mit Sicherheit keinen Deut schlechter als sein Gegenüber, zudem auch machtlos bei den Toren, musste aber halt zweimal öfter hinter sich greifen. Und wenn die Strafen gegen beide Mannschaften (20/24) eine etwas andere Sprache sprechen, aber unfair war das Spiel in keiner Phase und das aufmerksam sowie gut agierende Schiedsrichtergespann Posacki/Möller/Niedermeyer hatte auch keine Probleme mit der Leitung. Derby’s laufen eben anders als man denkt.

Martin Ohme/Club: „Wir haben verdient gewonnen. Wir haben zu Beginn sehr druckvoll agiert und unser Spiel aufgezogen. (...) Es war ein tolles Eishockeyspiel von beiden Mannschaften mit einer guten Schiedsrichterleistung. (...) Am Ende waren wir diejenigen, die bei der Torausbeute besser waren und hatten hinten zudem einen starken Rückhalt. Und wenn diese beiden Faktoren stimmen, gewinnst du auch die Spiele.“

Tore:

0:1 (01:48) K. Haucke (Ch. Voigt, Gräber) PP1, 0:2 (07:26) d’Heureuse (Werner)

0:3 (39:04) Werner (Braun, d’Heureuse) PP1, 1:3 (39:50) Aicher (Kugler, Koch)

2:3 (42:16) Aicher (Koch, Kugler) PP1, 2:4 (53:16) Werner

Strafen: FASS 20 – ESC 24

Schiedsrichter: Posacki – Möller, Niedermeyer

Matze

von Thomas Reinhardt

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