» Ein Wochenende zum Vergessen

3:4
FASS Berlin Wild Boys Chemnitz
Foto: Christian Ulbricht

Null Punktewochenende mit zwei unglücklich verlorenen Spielen und drei schwerverletzten Spielern, schlechter hätte das Wochenende nicht laufen können. In Halle 17 Sekunden vor Schluss durch ein umstrittenes Tor besiegt, gegen Chemnitz durch ein „Duseltor“ verloren und  mit Jan-Hendrik Seelisch, Nils Watzke und Thomas Leibrandt muss man in naher Zukunft auf drei Verteidiger verzichten. Offensichtlich hatte sich dieses Wochenende alles gegen die Berliner verschworen.

Alle drei Spiele hatten die Akademiker bisher gegen die Wild Boys aus Chemnitz verloren. Dieses Mal sollte der „Bock“ umgestoßen werden. Aber wie schon in den letzten beiden Spielen gegen Halle und Niesky kamen die Berliner nur mit Schwierigkeiten ins Spiel. Sie waren anfangs nicht „bereit“. Ein Tatbestand, der ihnen am Ende möglicherweise jedes Mal die Punkte kostete. 0:3 lagen die Akademiker nach 10 Minuten hinten, vor allem weil man von den gegnerischen Spielern zu weit weg stand und die drei Schlüsselspieler Hofverberg, Vymazal und Herman nicht in den Griff bekam.

Allerdings zeigte die Mannschaft Moral. In der 12 Minute gelang John Koslowski der Anschlusstreffer und damit begann eine Aufholjagd in der die Akademiker sich als das überlegene Team präsentierten, aber immer wieder Gefahr liefen bei Kontern  weitere Tore zu kassieren. In der 25 Minute konnte Patrick Czajka bei eigener Überzahl einen „Konter“ zum 2:3 Anschlusstreffer vollenden. Bei einer weiteren Überzahl kam es dann zur üblen Verletzung von Nils Watzke. Als die Chemnitzer einen Angriff starteten, kam Nils im Zweikampf  zu Fall. Dabei traf der Chemnitzer Nils mit dem Schlittschuh so unglücklich im Gesicht, dass er zwei Zähne verlor und die Schnittwunde mit 15 Stichen genäht werden musste.

In der 38. Minute hatte die Aufholjagd dann durch ein Tor von Dominik Grafenthin endlich Erfolg. Aber alle Bemühungen waren gegen die „kompakt“ spielenden Chemnitzer vergeblich, ex FASS Torwart Justin Schörs war nicht zu überwinden. Und zu allem Überfluss verletzte sich Thomas Leibrandt noch bei einem Gerangel mit dem Wild Boy Oleska. Leibrandt ging zwar als Sieger vom Eis, aber auch mit einer ausgekugelten Schulter. Erste Diagnose: drei Monate Pause und damit Saisonende. Und die 51. Minute passte zu diesem Wochenende. Ein abgeblockter Schuss fand in hohem Bogen über den sich auf den Knien befindenden Goalie Steven Kügow den Weg ins Tor. Auch die Herausnahme von Kügow nach einer abgelaufenen Strafe, 8 Sekunden vor Schluss, brachte zwar noch eine Großchance, aber keinen Erfolg.

Am Freitag in Halle standen die Berliner im ersten Drittel unter gewaltigem Druck. Halle war offensichtlich wild entschlossen, dieses Spiel zu gewinnen, Berlin kam kaum zu Entlastungsangriffen. Gute Abwehrarbeit, allen voran Goalie Steven Kügow, hielten die Berliner im Spiel. Dass es nach dem 1. Drittel 2.0 für Halle hieß, war zwei individuellen Fehlern geschuldet. Beim 1:0 ging Kügow der Schuss durch die Beine, beim 2:0 verlor der ansonsten stark spielende Jonas Müller den Puck im Mitteldrittel.

Auch im 2. Drittel setzte Halle den Druck fort. Bis in der 27. Minute innerhalb von 20 Sekunden John Koslowski und Christoph Kabitzky wie aus dem Nichts den Ausgleich erzielten. Halle nahm eine Auszeit, aber FASS war von diesem Augenblick an das bessere Team.

Minuten später erzielte Christoph Kabitzky in Überzahl mit einem Schlagschuss von der blauen Linie die erstmalige Führung. In der 39. Minute hatte dann Hauptschiedsrichter Schoch seinen ersten unrühmlichen Auftritt. Ein hallenser Spieler holte einen Puck, der weit über das Tor geflogen wäre, mit dem Schläger über dem Kopf herunter. Von da flog die Scheibe gegen den Pfosten und den Schoner von Kügow, um dann von Troy Bigam über die Linie gestochert zu werden. Ein Linesman hatte Bedenken den Treffer anzuerkennen, nicht so Hauptschiedsrichter Schoch. Wie schon bei unserem Spiel in Schönheide entschied er, im Zweifel für die Heimmannschaft. Anschließend wurde Jan Hendrik Seelisch vom gegnerischen Stock am Auge verletzt. Blutend vom Eis geführt, musste Schiedsrichter Schoch eine Spieldauer zu verhängen.

Die daraus resultierende Überzahl nutzte Christoph Kabitzky abermals mit einem Schuss von der blauen Linie zur erneuten Führung. Danach ging es rauf runter, Halle erzielte in Überzahl den erneuten Ausgleich. Eigentlich hatten beide Mannschaften in diesem hochklassigen Oberligaspiel einen Punkt verdient. Aber 17 Sekunden vor Schluss gelang Halle die erneute Führung. Die Hallenser hatten zum Schluss noch einmal den Druck erhöht. In einer etwas unübersichtlichen Szene hatte Steven Kügow die Hand schon auf dem Puck. Sie wurde ihm aus der Hand gestochert und irgendwie landete die Scheibe im Tor. Ob wirklich hinter der Linie wurde auch noch diskutiert, da das Tor inzwischen verschoben war. Auch hier wurde wieder für die Heimmannschaft gewertet. Das Schiedsrichter Schoch später sein Bedauern, dass er vorher nicht abgepfiffen hat, gegen über Kapitän Czajka ausdrückte, ehrt ihn, hilft er der Mannschaft nicht weiter.

Am kommenden Wochenende heißt es nun am Freitag um 19:30 gegen Erfurt endlich mal wieder 3 Punkte einzufahren.

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