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Erfahrung siegt

 

Dass Erfahrung einzelner Spieler gerade im Mannschaftssport wichtig ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Und dass Erfahrung mit zunehmendem Alter entsteht, auch. Aber was die Jadehaie aus Sande am gestrigen Abend im Erika-Hess-Eisstadion ablieferten, war geradezu eine Demonstration, wie wichtig diese Erfahrung gerade im Bezug auf Stellungsspiel und Vermeidung unnötiger Laufwege ist. Mit einer Mannschaft, die man durchaus - ohne respektlos zu wirken - als Alt-Herren-Truppe bezeichnen könnte, gewann das Team aus Norddeutschland bei der 1b von FASS auch in der Höhe verdient mit 9:1 (4:1 2:0 3:0).

 

Beide Mannschaften waren von der Spieleranzahl her ausgeglichen, 15 Spieler und zwei Torhüter waren jeweils auf dem Spielbericht vermerkt. Bei den Hausherren wurde zuBeginn auf Lars Krautmann gesetzt, der das eigene Gehäuse sauber halten sollte; bei den Gästen stand Fabian Janssen. Nach abwartendem Beginn waren es die Gäste, die das erste Ausrufezeichen in diesem Spiel setzten. Bereits nach  drei schnellen Spielzügen tauchte Karol Bartanus völlig frei vor Lars Krautmann auf, scheiterte aber zunächst am Berliner Goalie (3.). Dann hatten die Hausherren ebenfalls einige gute Möglichkeiten, ein Torerfolg blieb aber auch ihnen verwehrt. Und so waren es die Gäste, die eine kleine Unachtsamkeit in der FASS-Abwehr zur Führung ausnutzten. Nach einem verdeckten Schuss prallte der Puck von Lars Krautmann zurück in den „Slot“, wo Alexander Bahlau stand und keine Schwierigkeiten hatte, die Scheibe ins Tor zu schießen. Danach kontrollierten die Jadehaie das Spiel und wenn es nicht mit Pass-Spiel bis vor das Berliner Tor reichte, trieb Viatcheslav Koubenski immer wieder mit Solo-Läufen sein Team an. Und der sorgte dann auch für das 0:2. In Überzahl brachte er den Puck bis ins FASS-Drittel. Die Scheibe lief dann noch über Vitalij Janke und Nick Hurbanek, ehe sie wieder zu ihm zurückkam und er vollenden konnte (10.). FASS blieb auch dann weiter bemüht, aber egal was sie auch immer versuchten, blieb erfolglos. Ein sehr gutes Stellungsspiel der Gäste sorgte dafür, dass der Puck nur selten dort ankam, wo er hinsollte. Auch das „überfallartige“ Konterspiel der Hausherren blieb an diesem Abend weitestgehend wirkungslos, denn die Jadehaie waren an ihren Gegenspielern überwiegend so dicht dran, dass sie die meisten Zweikämpfe auch für sich entschieden. Und wenn man hinten dem Druck standhält, kann man sich viel entspannter auf die eigenen Angriffe konzentrieren. In der 14. Minute war es dann auch so. Hinten fingen die Jadehaie einen guten Angriff der 1b ab, dann ging es schnell nach vorne und das Zuspiel in die Mitte nahm dann Lubomir Sivak dankbar ab und erhöhte auf 0:3 (13.). FASS gab sich aber nicht geschlagen und konnte nur 67 Sekunden später durch Dennis Wegener auf 1:3 verkürzen. Nach dem Anschlusstreffer kam dann Sebastian Becker ins FASS-Tor, aber die Antwort der Gäste ließ aber nicht lange auf sich warten, denn bereits zweieinhalb Minuten später stellte Lubomir Sivak den alten Abstand wieder her (17.). Mit diesem, aus FASS-Sicht doch äußerst ernüchternden Zwischenstand, ging es dann auch in die erste Pause.

 

Der Mittelabschnitt sah dann auch nicht viel anders aus. Die 1b blieb bemüht, auch läuferisch war eine hohe Einsatzbereitschaft zu erkennen, aber zumeist verpufften die Angriffsbemühungen. Und wenn das junge Verbandsliga-Team doch durchkam, zeigte Fabian Janssen sein Können im Tor. Die Angriffe der Jadehaie wurden ein wenig seltener, aber auch Sebastian Becker bekam gut zu tun und musste mehrfach einen höheren Rückstand verhindern. Aber der kam trotzdem. Mit seinem dritten Treffer sorgte Lubomir Sivak für das 1:5 (25.) und 33 Sekunden vor der zweiten Pause war es Alexander Bahlau, der das 1:6 erzielte.

 

In den letzten 20 Minuten verwalteten die Jadehaie das Spiel, kamen aber doch noch zu drei weiteren Toren. Marcel Struck (47.), Viatcheslav Koubenski (56./ÜZ1) und Nick Hurbanek (58.) waren erfolgreich und so stand nach dem Spielende ein 1:9 auf der Anzeigetafel. Sicherlich ein Ergebnis, mit dem man so nicht gerechnet hatte, das dann aber doch Realität war.

 

Man kann dem jungen FASS-Team nicht den Einsatzwillen absprechen, es lieferte auch kein schlechtes Spiel ab, war aber einer absolut eingespielten Mannschaft gerade im Spiel nach vorne unterlegen. Wo die FASS-Spieler den Kopf hochnahmen, um nach dem freien Mitspieler zu schauen, wurde bei den Jadehaien die Scheibe dahin gespielt, wo der Erfahrung nach einer sein muss(te). Und dieses nahezu blinde Verständnis war der Schlüssel zum Erfolg, denn er brachte diesen kleinen Vorsprung, der dann ausreichte, um vor dem Tor erfolgreich zu sein.

 

Oder wie sagte mal ein Eishockeyfachmann auch so schön: „Es gibt keine jungen oder alten Spieler, es gibt nur gute oder schlechte.“

 

FASS Berlin 1b vs. ECW Sande 1:9 (1:4 0:2 0:3)

 

Tore:

 

0:1 (05:54) Bahlau (Hurbanek), 0:2 (09:44) Koubenski (Janke, Hurbanek) PP1, 0:3 (12:59) Sivak (Saitz), 1:3 (14:06) Wegener (Th. Koch),1:4 (16:27) Sivak (Bartanus)

 

1:5 (24:38) Sivak (Bartanus, Sjöstrand), 1:6 (39:27) Bahlau (Koubenski)

 

1:7 (46:38) Struck (Sivak), 1:8 (55:16) Koubenski (Bartanus) PP1, 1:9 (58:37) Hurbanek (Saitz)

 

Strafen: FASS 14 + 10 (Schindler/übertr. H.) (4/0/20) - Jadehaie 4 (0/2/2)

 

Schiedsrichter: Blandin, Niß

von Thomas Reinhardt

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