» Zweieinhalb bärenstarke Drittel reichen nicht aus

Zweieinhalb bärenstarke Drittel reichen nicht aus

 

Am Samstagnachmittag hieß es für die Mannen von Fass 1b abermals die Reise nach Weißwasser

anzutreten. Dort wartete ein hochmotivierter Favorit und Top Klub der Regionalliga Ost, den man am

letzten Wochenende mit einer starken Leistung immerhin einen Punkt abringen konnte.

Mit einer äußerst überschaubaren Truppe von 10 Spieler + 2 Torhüter, galt es die starke Leistung

von letzter Woche zu bestätigen, ja, wenn nicht sogar zu übertreffen und die volle Ausbeute von 3

Punkten mit nach Berlin zu nehmen. Durch einen verspäteten Start in Berlin, was mittlerweile bei

der 1b zum guten Ton gehört, kam man 20 Minuten vor dem Warm-Up im verschneiten Weißwasser

an und fand eine, für Nieskyer Verhältnisse, dürftig gefüllte Halle vor. Für Stimmung sorgten

Berliner. Die Jungs der Hackepeterboyz brachten mit ihrer Truppe die Halle zum Beben. Das

merkten auch die 12 Mannen von Fass, die hochkonzentriert in die Partie starteten und mit viel

Willen und der Hilfe des Tornado-Torwarts früh mit 0:2 in Führung gingen. Geburtstagskind Felix

Karlson und Phillip Golz konnten den unglücklich reagierenden Heimtorwart überwinden. Die

frühe Führung und das Nachvornpeitschen der Hackepeterboyz beflügelte die Rumpftruppe von

Fass und ließ sie munter gegen einen selbsternannten Favoriten aufspielen. Nach dem Punktgewinn

letzte Woche schienen die Jungs jedoch zu früh einen Erfolg zu wittern und wurden leichtfertig.

Gegen eine gut besetzte Mannschaft aus Niesky sollte sich das als fatal herausstellen. Den

Anschluss zum 1:2 fiel unmittelbar nach dem zweiten Tor der Fass'ler und wurde kurze Zeit später

in einer 5-3 Überzahlsituation zu einem 2:2 Ausgleich gedreht.

Es war das bekannte Problem in dieser Saison, da wieder eine gute Ausgangsposition mit

Strafzeiten zu nichte gemacht werden. Es muss hier erwähnt werden, dass das

Schiedsrichtergespann oft richtig lag – leider aber auch genauso oft falsch. Das erste Drittel endete

2:2 und ließ somit den weiteren Verlauf der Partie offen.

Im zweiten Spielabschnitt schienen sich die Spieler von Tornado Niesky an die mutige Spielweise

der Akademiker gewöhnt zu haben und starteten eine Druckphase in der viele Schüsse auf das Tor

von Damon Bonness gemacht wurden. Der Goalie präsentierte sich an diesem Tag als solider

Rückhalt und konnte auch dank einer guten Defensivleistung der Mannschaft seinen Kasten sauber

halten. Auf Seiten der Gastgeber wurde ein Torwartwechsel vorgenommen, welcher der

Heimmannschaft neue Impulse zu geben schien, denn jetzt schöpfte Niesky sein Potenzial und seine

numminelle Überlegenheit aus. Es spielte ab dem 2. Drittel nur noch ELV. Jedoch wurden gute

Gelegenheiten nicht genutzt und Überzahlsituation schlecht ausgespielt bzw. von einer gut

organisierten Defensive vereitelt. In Abschnitt drei gab es am Spielverlauf keine Veränderungen.

Niesky stürmte – Fass verteidigte sich vehement. Bereits in der Kabine war den Akademikern klar

das in diesem Spiel nur über Kampf und absoluten Willen gepunktet werden konnte. Und der Wille

war zu sehen. Nach etlichen vereitelten Angriffen der Gastgeber, konnte Fass nach gut

ausgespielten Entlastungsangriffen in Führung gehen. Die Offensive von Fass zündete. Vor allem

das Geburtstagskind Felix Karlsson konnte seine Schnelligkeit oft nutzen und die Defensive des

Favoriten durch kluge Laufwege aufreißen. Der 2:3 Führung folgte das sensationelle 2:4 in

Unterzahl und ließ es nach 3 Punkten riechen.

Es sollte aber nicht sein.

Ähnlich wie im ersten Drittel konnte eine 2-Tore Führung nicht verwaltet werden und so wurde der

Spielstand durch Brill auf 3:4 verkürzt. In der Crunch-Time kollidierte Maxim von Helden

unglücklich mit dem Gegenspieler Wimmer und kassierte eine 10+2 Strafe, was sich bei dem

kleinen Kader von Fass bemerkbar machte. Der körperlich robuste Verteidiger fehlte hinten und die

drei übriggebliebenen Verteidigern ging die Puste aus. Eine Unkonzentriertheit führte zum

umstrittenen 4:4 durch Pohling. Der abgefälschte Puck flog ans Gestänge, von da hoch in die Luft

und landete auf Keeper Damon Bonness, der in Folge eines Gedränges im Torraum samt Puck ins

Tor rutschte. Niesky jubelte – Fass reklamierte. Letztendlich bleibt die Frage offen ob Tor oder

nicht. Hier muss diskutiert werden ob die Torlinientechnik nicht auch in der Regionalliga Ost eine

sinnvolle Maßnahme wäre. Kleiner Scherz.

Kräftezehrende zwei Drittel und unnötige Strafzeiten sollten sich in den letzten Spielminuten

bemerkbar machen. Fass pfiff aus dem letzten Loch, wehrte sich jedoch weiter mit allem was noch

im Tank war. Es sollte nicht reichen.

Niesky zog in den letzten beiden Minuten immer engere Kreise um das Gehäuse von Damon

Bonness und schloss eine gut ausgespielte Überzahlsituation durch den schussgewaltigen Greulich

zum 5:4 ab. Für ein erneutes Aufbäumen war dann einfach keine Kraft mehr vorhanden und Niesky

spielte den letztendlich verdienten Sieg runter bis zur umjubelten Schlusssirene.

Fazit:

Dem Favoriten innerhalb von zwei Wochen zweimal alles abverlangt und sicherlich Selbstvertrauen

getankt. Dennoch geht man wieder leer aus und fährt ohne Ertrag für eine gute Leistung nach

Berlin. Mit mehr Spielern wäre die Tabellensituation mit Sicherheit eine andere, so steht man

jedoch vor Bad Muskau und den Blues auf einem enttäuschenden drittletzten Platz. Kommendes

Wochenende sollten 6 Punkte eingefahren werden, um das Tabellenbild wieder etwas harmonischer

aussehen zu lassen.

 

geschrieben von Damon Bonness

 

von Thomas Reinhardt

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