» Die Play-offs im Visier

Endlich: Nach der aufgrund großer Leistungsunterschiede sportlich eher fragwürdigen Vorrunde in der Eishockey-Regionalliga beginnt nun die heiße Phase der Saison. Zehn Teams aus den Staffeln Nord und Ost kämpfen in der Meisterrunde um den Aufstieg in die Oberliga. Mit dabei sind auch die beiden Berliner Mannschaften F.A.S.S. und ECC Preussen. Am Freitagabend kommt es in der Deutschlandhalle (Beginn, 19:30 Uhr) zum mit Spannung erwarteten dritten Saisonderby der Teams. In der Vorrunde gab es jeweils einen Sieg auf beiden Seiten, doch wirklich ernst wird es erst mit der heutigen Partie. Klaus-Werner Riemer, Mannschaftsleiter des ECC erwartet denn auch ein ?sehr spannendes Spiel?, in dem die Preussen möglicherweise von den Personalproblemen des Gegners profitieren könnten: ?Bei uns fallen einige Spieler leider aus beruflichen Gründen oder wegen Verletzung aus?, stapelt Peter Wagenfeldt von den Akademikern tief. ?Da uns auch die Förderlizenzspieler der Eisbären heute nicht zur Verfügung stehen, sehen wir uns eindeutig in der Außenreiterrolle.? Der Teamleiter der F.A.S.S.-Regionalligatruppe glaubt dennoch daran, dass seine Jungs am Ende der Meisterrunde unter den vier besten Teams landen und damit die Play-offs erreichen können. Das ist auf der anderen Seite beinahe schon ein Muss, denn die Preussen liebäugeln ganz klar mit dem Aufstieg: ?Unser Ziel ist sportliche Qualifikation für die Oberliga?, erklärt Klaus-Werner Riemer, gibt aber zu bedenken, dass hinter allem ?natürlich immer das finanzielle Fragezeichen? stehe. Derart klare Vorstellungen hat man hingegen bei F.A.S.S. nicht, denn von der Regional- in die Oberliga sei es ein regelrechter ?Quantensprung?, der einen strukturellen Umbruch im Verein nach sich ziehen würde. Auf solcherlei ?Abenteuer? will man sich laut Peter Wagenfeldt ?auf keinen Fall einlassen?. Wenn man die Favoriten aus Schönheide, Braunlage oder eben die Preussen aber ein bisschen ärgern kann, wäre das schon ein Erfolg. Vielleicht glückt ja schon in der Deutschlandhalle eine Überraschung: ?Trotz des Ausfalls einiger Leistungsträger sind wir sicher nicht chancenlos?, gibt sich Wagenfeldt letztlich doch kämpferisch. Beim Gastgeber macht man zumindest nicht mehr den Fehler wie beim letzten Derby im Dezember, als man den Gegner im Vorfeld durch sein angekündigtes Rahmenprogramm zusätzlich motivierte: ?Ein Fassrollen in der Drittelpause wird es diesmal nicht geben?, kündigt Klaus-Werner Riemer schon einmal schmunzelnd die ausschließliche Konzentration auf das Sportliche an. Und da will man in eigener Halle unbedingt die Oberhand behalten. Jörg Leopold für den Tagesspiegel online/Weblogs

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