» Die Berliner Morgenpost

Im Play-off gelten Heimspiele als besonders wichtig. Wer aufgrund der Resultate in der Punkterunde mehr K.o.-Partien in eigener Halle austragen darf, der wähnt sich gern im Vorteil. Insofern hat Fass Berlin ohnehin keine guten Karten, als Dritter der Meisterrunde in der Eishockey-Regionalliga steht den Weddingern im Play-off-Halbfinale nur ein Heimspiel zu. Da aber im Erika-Hess-Stadion wegen einer Karate-Veranstaltung bereits das Eis abgetaut worden ist, gibt es für Fass jetzt nur noch Auswärtsspiele. Die Reise dorthin ist kurz, nur etwa elf Kilometer entfernt in der Deutschlandhalle kommt es zum Duell mit dem ECC Preussen. In maximal drei Spielen ermitteln die Lokalrivalen ab morgen den Finalteilnehmer (19.30 Uhr). Eigentlich wären die Charlottenburger lieber in der Endrunde auf die Weddinger Kollegen getroffen. Doch auch die Begegnung im Halbfinale kommt den Preussen entgegen. "Wir hoffen auf 1000 Zuschauer", sagt Mannschaftsleiter Klaus-Werner Riemer. Ein bisschen von der alten Eishockey-Begeisterung, die über Jahrzehnte in Charlottenburg herrschte, soll wieder aufleben. Einige der alten Fans, die sich nach der Pleite der Capitals 2002 vom Eishockey abgewendet haben, kehren inzwischen nach und nach zurück. "Das sieht man an den Trikots, da kann man wieder Namen wie Tony Tanti lesen", erzählt Riemer. Ansonsten will der Nachfolgeverein nichts mehr zu tun haben mit der alten Zeit. Die Nachwirkungen von Misswirtschaft und Pleiten sind noch immer zu spüren. "Das macht die Sponsorensuche nicht leicht", sagt Riemer. Man bemüht sich um Transparenz und ein solides Geschäftsgebaren. Deshalb ist ein möglicher Aufstieg in die Oberliga, zu dem die Regionalligameisterschaft berechtigt, ein heikles Thema. Ein Etat von etwa 500 000 Euro wäre nötig, gut doppelt so viel, wie die Preussen jetzt aufbringen. Bei Fass gibt man sich gar keinen Illusionen hin. "Wenn jemand vorbeikommt und das Geld auf den Tisch legt, würden wir gern aufsteigen. Sonst nicht", sagt Vorstandsmitglied Gerald Hagen. Ob sich Fass überhaupt mit dem Thema Aufstieg befassen muss, ist ohnehin noch zu weit gedacht. Die Weddinger betreiben "professionelles Hobby-Eishockey", wie Hagen sagt. Kein Spieler erhält Geld, der Gesamtetat des Vereins liegt etwa im Bereich des Regionalliga-Budgets der Preussen, die teilweise Profispieler beschäftigen. Nicht nur deswegen gelten die Charlottenburger als Favorit im Duell mit den Weddingern, sie haben in der bisherigen Saison auch drei der vier Duelle für sich entschieden. Und sie haben natürlich den Heimvorteil.

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