» Saisonrückblick Teil 4: Regionalliga: Eine Liga lebt das Chaos vor

Die abgelaufene Saison war die peinlichste und chaotischste Saison der Geschichte. Denn was mit einer guten Idee begann, endete in einem Fiasko. Zunächst warf man, mal wieder, die Planungen und Beschlüsse der Vorsaison über den Haufen bzw. man konnte oder wollte sich an die Beschlüsse aus dem Vorfeld der Saison 2006/07 nicht erinnern. Aber das kann man ja nachholen. Da hieß es nämlich, dass die Regionalliga in der Saison 2007/08 aus den verbleibenden 5 Regionalligisten sowie 9 Verbandsligaaufsteigern bestehen sollte. Gespielt werden sollte eine Einfachrunde. Ein durchaus vertretbarer Modus. Doch schon im Dezember 2006 hörte man von Vereinen, die teilweise nicht mal annähernd an eine sportliche Qualifikation für die Regionalliga denken durften, dass man von der Ligenleitung die Zusage hat, in der Saison 07/08 Regionalliga spielen zu dürfen. Also war schon da klar, was kommen wird, man warf die alten Beschlüsse über Bord und kam mit einem neuen Modus. Zwei Gruppen sollten es also werden. Auch eine gute Idee, sofern man für beide Gruppen eine annähernd gleiche Anzahl an Mannschaften hat. Insgesamt hatten sich, inklusive Spätmelder Braunlage, 20 Teams für die neue Regionalliga beworben. Allerdings fiel einem bei einem Blick auf die Starterliste auf, das es keine gleichgroßen Gruppen geben wird. Doch dann kam, was viele erwartet hatten. Zwar nahmen alle Teams noch an der ersten Ligentagung im Juni teil, danach aber schmolz das Teilnehmerfeld wie Eis in der Sonne. So waren bei der zweiten Tagung im August noch 15 Teams dabei. Also doch eingleisig spielen? Ach, warum denn. Obwohl man wusste, dass es im Osten noch Wackelkandidaten gab, blieb man bei der Gruppenteilung. Und eines war auch klar, selbst wenn außer dem OSC noch mehr Ostvereine zurückgezogen hätte, wäre es bei der Teilung geblieben. Also gab es im Osten eine Minivorrunde, und selbst im Norden waren einige Teams so "clever ", sehr früh mit den Spielen zu beginnen, um dann nicht zu wissen, wie man die Zeit bis zum eigentlichen Saisonstart im Januar überbrücken sollte. Aber die Vorrunde hatte noch ein "Highlight". Denn wiederum trotz besseren Wissens bestand man seitens der Ligenleitung darauf, an der umstrittenen U23-Spieler-Regelung festzuhalten. Das hieß, man brauchte pro Spiel sechs U23 Spieler. Ein Vorhaben, das niemals gut gehen konnte. Und so kam es ja dann auch. Ein Verein war der Meinung, man müsse sich nicht an diesen mitgetragenen Beschluss halten und beantragte eine Sondergenehmigung. Daraufhin hagelte es in der Vorrunde Sondergenehmigungen ohne Ende. Fast konnte man den Eindruck gewinnen, die Dinger lagen bei den Vereinen in Blankoversion vor und brauchten nur noch nach Belieben ausgefüllt werden. Also änderte man diese Regelung zur Meisterrunde um. Doch selbst, dass man nun nur noch drei U23 Spieler plus einen weiteren je transferkartenpflichtigen Spieler brauchte, reichte einem Verein nicht aus. Nur spielten diesmal die anderen Vereine nicht mit und bestanden auf Umsetzung der neuen Regel. Also blamierte jener Dorfverein den gesamten Eishockeysport, startete einen Aufruf unter den Fans und ließ zwei dieser Fans lizenzieren. Überraschend kam das allerdings nicht. Denn was wäre in dieser Liga noch überraschend gewesen? Dafür ging es dann aber in der Meisterrunde richtig rund. Endlich gab es regelmäßig Eishockey. Na ja, fast regelmäßig. Denn da gab es doch wirklich einen Verein, der es schaffte, an einem Wochenende drei Spiele auszutragen. Und man wunderte sich dann auch noch, warum der Minikader dieses Teams am dritten Tag platt war. Dazwischen gab's dann natürlich Pausen. Der Versuch der Neustrukturierung dieser Liga ist in dieser Saison jedenfalls kläglich gescheitert. Man stellt sich schon die Frage, warum nicht eingleisig gespielt wurde. Denn das wären 26 Vorrundenspiele gewesen, die man sicherlich locker hätte bewältigen können. Denn gerade das Argument der weiten Fahrten fällt flach, denn es war klar, das man als Teilnehmer der Meisterrunde zumindest Richtung Jonsdorf, Niesky und Schönheide fahren muss. Und die Kosten für dann 13 Auswärtsfahrten wären sicherlich auch überschaubar gewesen. Für die neue Saison wird es Änderungen geben müssen. Denn so eine Saison kann man weder Fans und schon gar nicht Sponsoren zumuten. Sonst muss man für den Eishockey im Bereich Nord/Ost wirklich schwarz sehen. Aber vielleicht reicht ja einigen Vereinen auch das in dieser Saison von den Teams der Abstiegsrunde absolvierte Programm. Die hatten nämlich ein wahres Mammutprogramm von 16 (!) Meisterschaftsspielen in 7 Monaten zu absolvieren. Zur Erinnerung: Geplant war ein Regelspielbetrieb von 30 Spielen. Zum Vergleich: In der Landesliga Berlin hatte man das gleiche Programm zu bewältigen, bis alle Platzierungen feststanden. In der neuen Verbandsliga Nord, bestehend aus den Resten der alten Verbandsliga Nord/Ost und Vereinen aus der Niedersachsenliga, hatten die Teilnehmer 18 Spiele zu absolvieren ... Und nächstes Mal: Der Club, den eigentlich keiner wollte... Norbert Stramm für Radio Eiskalt

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