» "Harzer Wölfe" schauen nach Berlin

Auf einer Arbeitstagung wird geklärt, wie viele Klubs sich die 4. Liga zutrauen. ?Das wird die Weichenstellung schlechthin. Wir brauchen mindestens 15, wenn es geht 18 oder 19 Mannschaften?, sagt ESC-Präsident Jochen Klaeden. Nur dann sei semi-professionelles Eishockey im Harz zu finanzieren. Fänden sich weniger Klubs, sei auch der Standort Braunlage höchst gefährdet. Diese Ungewissheit ist ein Grund, wieso der Verein über Monate auf Tauchstation ging. Zudem gab es immer wieder Momente, in denen neue finanzielle Turbulenzen drohten. So erst kürzlich, als eine hohe vierstellige Forderung eines Hannoveraner Anwaltsbüros auflief ? eine weitere Hinterlassenschaft aus der Ära Richard Flohr. Klaeden: ?Da taucht immer wieder ein U-Boot auf, mit dem man nicht gerechnet hat.? Die angestrebte schwarze Null zu Beginn dieser Saison sei daher nicht zu halten gewesen, die Verbindlichkeiten mit derzeit rund 10 000 Euro aber kontrollierbar. Entscheidend sei, dass alle Außenstände beim Finanzamt und den Sozialversicherungsträgern beglichen worden seien. Zudem seien auch Insolvenzverwalter Jörg Dauernheim, Ex-Trainer Andreas Bentenrieder und der ehemalige Teammanager Sascha Woepke befriedet. Inzwischen hat der Verein auch ein neues Finanzkonzept aufgestellt. Künftig werden die Sponsorengelder allein in die Mannschaft fließen, die Zuschauereinnahmen sollen die Ausgaben für den Spielbetrieb wie Busfahrten und Ausrüstung decken. Kalkuliert wird künftig mit einem Schnitt von nur noch 450 bis 500 Fans. Für das Team ist ein Etat von 80 000 Euro vorgesehen, der zu mehr als zwei Dritteln bereits gedeckt sei. Als Stichtag hat sich Klaeden den 15. Juli gesetzt: Mit der dann eingeworbenen Summe soll gearbeitet werden, die jederzeit bei weiteren Abschlüssen aufgestockt werden kann. Um eine möglichst wettbewerbsfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen, wird bei der Trainerfrage auf Bordmittel zurückgegriffen. Sportchef Bernd Wohlmann, inzwischen Lizenzinhaber, wird wie zur Endphase der vergangenen Saison hinter der Bande stehen. Eine Lösung, die Klaeden nicht ?als ganz nach meinem Wunsch? bezeichnet. Er zweifele nicht an der Qualifikation Wohlmanns, dieser habe aber eigentlich andere Aufgaben. Allerdings würde ein Trainer von außerhalb mindestens 20 000 Euro verschlingen, ?und mit 60 000 Euro kriegt man keine wettbewerbsfähige Mannschaft zusammen.? Auch da wird der ESC einen neuen Kurs einschlagen. Eine junge, hungrige Truppe soll her, die von drei, vier erfahrenen Spielern geführt werden soll. Die Kandidaten sollen unter anderem bei Eishockey-Camps gefunden werden. Das aber ist alles noch Zukunftsmusik, wie auch verstärkte Jugendarbeit ? die Wölfe werden in der nächsten Saison vier Teams melden ? und eine mögliche Kooperation mit dem EHC Osterode. Denn zunächst richten sich alle Augen gen Berlin. Wenn es dort nach Plan läuft, dann starten die Wölfe durch. ?Wir müssen nur auf den Knopf drücken?, sagt Klaeden, ?dann beginnt die heiße Phase.? Quelle: goslarsche.de/bga, gefunden in der Hockey-Heimat.de

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