» Adieu Regionalliga Nord/Ost

Was hat man in den letzten Jahren nicht alles versucht, die Regionalliga Nord/Ost aufzulösen, ohne diesen Begriff zu benutzen. Ständig den Modus ändern, alte Beschlüsse einfach mal ?vergessen?, einfach mal jeden Verein aufnehmen, den man haben will (oder auch brauchte), ein völlig schwachsinniger Modus ? nichts wollte helfen. Dieses Jahr allerdings hat man es geschafft, den Geduldsfaden einiger Leute zum Reißen zu bringen. Man hat diesmal aber auch alle Register gezogen. Selbst die flammende Ansprache von Andreas Hobuß nutzte nicht viel. Dennoch hier mal ein Riesenlob an Herrn Hobuß, endlich hat mal jemand deutlich zur Sprache gebracht, was da in den letzten Jahren verbockt wurde. Komplett kann man diese Rede leider nicht bringen, da einige Begriffe nicht druckreif waren. Notwendig waren sie allerdings allemal. Fast schien es, als wäre die Trennung schon vorher beschlossene Sache gewesen und man suchte nur einen günstigen Zeitpunkt, diese zu vollziehen. Die Ostvereine vollzogen diesen Schritt und das auch zu Recht! Denn das, was diesmal an Argumenten kam, um die Beschlüsse vom Juni zu kippen, war einfach nur lachhaft! Da erzählen Vereinsvertreter, man habe keine Lust zu den Topfavoriten der Liga zu fahren, um dort eine Klatsche zu kassieren. So was soll es sogar in der NHL, mit dem man sich in Deutschland ja so gerne vergleicht, geben. Zwei andere Vereine drohten offen mit Minikadern zu Auswärtsspielen zu fahren, um dann dort 25 ? 30 Tore zu kassieren. Wie lange man dies machen kann, wisse man allerdings nicht. Mit anderen Worten: Nach einigen Spielen steigen wir eben aus. Ein weiteres, durchschlagendes Argument war die Zusammensetzung der Kader. Während die einen offensichtlich nicht viel Vertrauen in ihre Mannschaft haben, setzten andere auf die berufliche Zusammensetzung. So spielen also bei ganz wenigen Teams Schüler, Studenten, Auszubildende und Berufstätige. Die anderen Kader bestehen also nur aus Profis oder was? Und ist es nicht gerade ein Vorteil dieser Liga, dass der Spielplan relativ frei gestaltet werden kann? Also man recht viele Samstagsspiele absolvieren kann? Dann sind da noch die weiten Reisewege und die damit entstehenden Kosten. Diese scheinen ja auch erst nach dem 21.06.2008 entstanden zu sein. Denn neben den beiden Vereinen, die im Juni für eine eingleisige Liga stimmten, waren plötzlich auch andere für eine Trennung. Mal ehrlich, angesichts solcher Argumente lobe ich die Vertreter und Spieler des Berliner SC 07. Unter den miesesten nur vorstellbaren Bedingungen und sportlich total unterlegen, spielten diese die letzte Regionalligasaison. Und zwar bis zum Ende! Dafür wurden diese nicht nur mit zwei Siegen belohnt, sondern auch von anderen Vereinen und zumindest teilweise auch von der Ligenleitung für die Art und Weise des Auftretens gelobt. Daran könnte sich so mancher Verein ein Beispiel nehmen! Auch wenn die Anzahl der Spiele nicht so hoch war, wie von der Ligenleitung versprochen. Klar, man hätte eventuell über eine Änderung des Modus diskutieren können. Aber wozu, wenn einige höchstens bereit sind im Erzgebirge ihren Urlaub zu verbringen, nicht aber Eishockeyspiele zu bestreiten? Auch dass Herr Wohlmann mit der Anzahl an Spielen nicht einverstanden war, ist verständlich. Aber da wäre er nicht der einzige gewesen. Nur ist ja mit den meisten Vereinen keine Modusänderung möglich gewesen. Dabei hat jeder seit dem 21.06.2008 gewusst, worauf er sich einlässt. Denn die Standorte wurden ja nicht erst gestern an ihre jetzige Position gesetzt. Und gerade Hamburg und Wolfsburg hätten im Juni die Möglichkeit zum Ausstieg gehabt. Schließlich hatte man extra eine "Auszeit" genommen, damit sich die beiden betroffenen Vereine beraten konnten, ob man nun am Spielbetrieb teilnimmt. Und wenn die Vereine zu diesem Zeitpunkt ausgestiegen wären, wären auch sicherlich die Vorwürfe gering geblieben. Schließlich wusste im Vorfeld dieser Sitzung keiner, was für ein Modus beschlossen wird. Und zu diesem Zeitpunkt hätte dann auch noch vernünftig reagiert werden können. So kam es also zu dieser Abstimmung, ob man nun getrennt oder doch gemeinsam spielt. Denn wo kämen wir denn hin, wenn die Beschlüsse der letzten Tagung, wie von einigen gefordert, zu 100% umgesetzt werden. Fair hierbei die Vertreter der beiden Neulinge aus Hannover, die sich immerhin enthielten. Der Rest stimmte ab wie erwartet. Weniger erwarten durfte man dann allerdings Aussagen, die Vertreter zweier Vereine nach der Abstimmung mir gegenüber machten. Man sei ja eigentlich für eine eingleisige Liga. Ja, warum habt ihr dann dagegen gestimmt? Hat man Euch mit Ausschluss aus dem Landeseissportverband Niedersachsen gedroht? Einzig logische Konsequenz dieses Theaters konnte nur ein Rückzug der Ostvereine aus einer gemeinsamen Liga sein. Denn sonst wären eventuell noch Vereinsvertreter auf die Idee gekommen, bestimmte Spiele mit dem Würfel zu entscheiden! Ein Verein, der sowieso lieber getrennt gespielt hätte, spricht von beleidigten Ostvereinen. Nein, mein Herr, nicht beleidigt ist man, sondern konsequent. Denn dieses Affentheater, wie es auch von Ihrer Seite und nicht nur zum Thema Ligenzusammenstellung betrieben wurde, macht einfach keinen Sinn mehr. Auch, dass man auf eine gemeinsame Aufstiegsrunde verzichtet, ist in Ordnung. Schließlich könnte es da die gleichen Probleme geben wie in einer gemeinsamen Vorrunde. Nämlich lange Reisen und mögliche Klatschen gegen bessere Vereine. Sportlich macht die Regionalliga einen Riesenschritt rückwärts. Aber auch das scheinen einige Vereine gerne in Kauf zu nehmen. Und da die meisten Vereine dieser Liga, wie auch in anderen Regionalligen Deutschlands, keine Ambitionen in Richtung Oberliga haben, kann das diesen auch egal sein. Auch das ist in anderen Regionalligen anders, da herrscht einigermaßen Einigkeit. Da nimmt man auch in Kauf, dass der eine oder andere Verein entsprechende Versuche unternimmt, in die Oberliga aufzusteigen. Nun dürfte aus einer Liga mit durchaus gutem Niveau zwei Ligen werden, die bald einer Regionalliga Hessen (sorry Hessen) gleichen werden. Leidtragende an der ganzen Geschichte sind mal wieder die Fans. Sofern diese ihrem Verein treu bleiben. Denn Freunde hat man sich bei dieser Tagung bestimmt nicht gemacht. Und Vereine, die der Meinung sind nun Reisekosten zu sparen, sollten das ?Ge-/Ersparte? lieber auch aufheben. Denn wer weiß, wie hoch der Zuschauerzuspruch bei diesen Ligenzusammensetzungen noch sein wird. Als einige Vereinsvertreter merkten, was da angestellt wurde, kam man zumindest auf die Idee eine Pokalrunde zu installieren. Interesse wurde auch schon von Vereinen aus beiden Regionalligen bekundet. Und diese dürfte sportlich durchaus interessanter sein, wie die jeweilige Regionalliga. Hoffentlich wissen die Vereinsvertreter auch, was auf sie zukommen könnte. Nämlich weite Reisewege und überstarke Gegner. Und nicht vergessen: Schüler und Rentner müssen früh ins Bett oder so ähnlich ? In diesem Sinne bis demnächst Euer Noppe

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