» Kommentar: Vorbereitungszeit ist beendet, jetzt geht?s los ? (Nachtrag)

Die unrühmlichste Vorrunde der Geschichte der Regionalliga Nord/Ost ist beendet, Zeit für ein kleines Zwischenfazit. Viel wird es aber nicht geben, gab es doch, vor allem im Bereich der Regionalliga Ost, kaum Spiele. Und somit auch nicht viel zu analysieren ... Geprägt wurde diese Vorrunde von einem Begriff: SONDERGENEHMIGUNG. Denn während sich 13 der 14 angetretenen Vereine bemühten, die von allen (!) beschlossenen Durchführungsbestimmungen umzusetzen, leistete zunächst ein kleines Dorf Widerstand und stellte ganz einfach mal fest, man könne die von ihnen mitbeschlossene U23 Regelung nicht umsetzen. Oder wollte man vielleicht auch gar nicht? Jedenfalls setzte die nun von der Ligenleitung für das kleine Dorf erteilte Sondergenehmigung eine Lawine in Gang. Es hagelte Sondergenehmigungen für ungefähr die Hälfte der teilnehmenden Vereine, dadurch wurde der sportliche Wert dieser Liga noch mehr geschrumpft. Es sei allerdings auch erwähnt, dass einige Teams diese nur aus Sicherheitsgründen beantragten und nicht in Anspruch genommen haben. Allerdings muss man sich auch die Frage stellen, warum man dann für diese Regel gestimmt hat... Braunlage und Schönheide Meister Im Norden lief sportlich alles so wie erwartet. Favorit Braunlage sicherte sich mit Abstand den Meistertitel. Dahinter erwarteten viele einen harten Kampf um die Plätze 2 - 5, die zur Teilnahme an der Meisterrunde berechtigen. Hierbei erwies sich der Adendorfer EC als stärkstes Team, die Rams sicherten sich kurz vor Weihnachten den Platz in der Meisterrunde. Die Beach Boys aus Timmendorf machten einen Tag vor Heiligabend Platz 3, Bremerhaven Platz 4 klar. Um den letzten Platz stritten sich Wedemark, der HSV und Wolfsburg. Wobei die beiden erstgenannten die besseren Karten hatten. Am Ende schafften es die Wedemark Farmers ganz knapp, Wolfsburg und den HSV hinter sich zu lassen. Abgeschlagen Letzter die Salzgitter Steelers, die zwar zu Saisonbeginn einen Kader von ca. 30 Spielern meldeten, gesehen hat man bei den Steelers allerdings nur wenige davon. Und während der Vorrunde verließen zusätzlich einige Spieler den Verein. So war man von Anfang an chancenlos. Anders die Situation im Osten. Nach dem Rückzug des OSC blieben ganze 6 Teams übrig. Dennoch hielt man an der Trennung der Regionalliga fest. Sportlich war die Liga relativ uninteressant. Denn dass der Berliner SC Letzter werden würde, war auf Grund der chaotischen Vorbereitung nicht anders zu erwarten. Also war nur die Frage, wie die anderen die Plätze untereinander aufteilen würden. Am stärksten eingeschätzt wurden die Schönheider Wölfe und der ECC Preussen Juniors Berlin. Beide bestritten die letzten Spiele dieser wahnsinnig langen Vorrunde. Hierbei machte Schönheide zum Jahreswechsel die Meisterschaft klar. Niesky kämpfte sich, dank Sondergenehmigungen, bis auf Platz 2 vor, wurde aber am letzten Spieltag noch vom ECC Preussen auf Platz 3 verdrängt. FASS Berlin muss sich mit dem 4. Platz begnügen. Allerdings waren die Leistungen zu instabil, um mehr zu erreichen. Die Jonsdorfer Falken erreichten mit Platz 5 ihr Saisonziel. Nachwuchsarbeit a la Niesky Bemerkenswert die Nachwuchsarbeit bei Tornado Niesky. Statt fehlende U23 Spieler zu verpflichten, holte man einen verletzungsanfälligen 32jährigen, der, wenn er denn spielt, ein bisschen Spaß haben will. Zuvor schloss sich ein 27jähriger dem kleinen Dorf des Widerstands an. Neue U23 Spielern suchte man im Kader der Tornados vergeblich... Es ist schon komisch, dass man es schafft, einen Spieler wie Marcel Leyva zu überreden in Niesky zu spielen, während junge Spieler darauf verzichten, bei den Tornados zu spielen. Aber wozu gibt es eine Ligenleitung. So wurde man mit freundlicher Genehmigung der Ligenleitung Vorrundendritter. Nichts gegen Sondergenehmigungen. Denn wenn es bei Vereinen wirklich mal zu Engpässen kommt, ist gegen eine solche ja auch nichts zu sagen. Aber das, was mit Tornado Niesky gemacht wurde, hatte mit Sonderfällen nun wirklich nicht das Geringste zu tun. Damit hat man einer sowieso schon von Peinlichkeiten geprägten Liga die Krone aufgesetzt. Denn am Ende waren es mindestens 6 Vereine, die mit Sondergenehmigungen arbeiteten. Wobei 2 Vereine diese nur aus Sicherheitsgründen beantragten und nicht in Anspruch nahmen. Es ist schon irgendwie typisch für das Eishockey im Bereich Nord/Ost, dass man gemeinsam und einstimmig Regeln beschließt, die man dann nicht umsetzen kann oder will. Wie geht es weiter? Am 6. Januar ist wieder ein großes Treffen angesagt. Hier wird auch beschlossen, ob nach der Meisterrunde noch Play Offs gespielt wird. Eines steht bereits fest, die in dieser Form völlig unsinnige U23 Regelung wird geändert. In der Meisterrunde gilt nun folgende Regelung: Es müssen drei U23 Spieler auf dem Spielberichtsbogen stehen. Für jeden transferkartenpflichtigen Spieler muss ein weiterer U23 Spieler aufgeboten werden. Allerdings ist schon jetzt abzusehen, dass es wieder einen Verein geben wird, der gewaltige Schwierigkeiten haben wird, diese Regelung umzusetzen. Und auf das, was dann passiert, darf man jetzt schon gespannt sein. Sportlich dürften Braunlage, Schönheide und der ECC Preussen den ersten Platz und damit die Möglichkeit, sich für die Oberliga zu bewerben, unter sich ausmachen. Dahinter dürfte es recht ausgeglichen zugehen. Am stärksten einzuschätzen dürften hierbei Adendorf, Timmendorf und FASS Berlin sein. Bremerhaven, Wedemark und Niesky könnten allerdings auch für die eine oder andere Überraschung sorgen. Mehr als der letzte Platz dürfte für die Jonsdorfer Falken kaum erreichbar sein. Theoretisch soll eine Abstiegsrunde gespielt werden. Spielen wird man sie vielleicht auch, einen Absteiger dürfte es allerdings nicht geben. Es sei denn, man beschließt bei der Tagung mal wieder für die neue Saison einen neuen Modus. Hier ist der HSV Favorit, Wolfsburg, Salzgitter und der Berliner SC dürften die anderen Plätze unter sich aufteilen. Für Spannung dürfte in den nächsten Tagen auf jeden Fall gesorgt sein. Hoffentlich wieder mehr auf dem Eis, als hinter den Kulissen. Und hoffentlich denkt man bei der Tagung am 06.01.2008 auch an die Zukunft der ganzen Liga. (...) Norbert Stramm für Radio Eiskalt

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