» Im Gespräch mit

Herr Wagenfeldt, es ist Halbzeit in der RL N/O. Wie beurteilen sie die Vorrunde an sich und insbesondere die Leistung ihres Teams? Der sportliche Wert hinsichtlich einer Qualifikationsrunde ging gegen null. Trotzdem wurde doch in vielen Spielen recht ordentliches Eishockey gezeigt. Ich hoffe, dass in dieser Konstellation nicht noch einmal eine derartige Runde gespielt wird. Mit den Leistungen unseres Teams in Berlin kann man, ausgenommen das Spiel gegen Jonsdorf, durchaus zufieden sein. Auswärts litten die Ergebnisse immer darunter, dass uns eine Anzahl wichtiger Spieler fehlten. Die Regionalligamannschaft des F.A.S.S. e. V. Berlin wurde in den letzten Jahren in den Monaten Dezember und Januar immer wieder durch Spielerabgänge geschwächt, ein Ersatz fand zumeist nicht statt. Wie sieht es in dieser Spielzeit aus? Das passierte nur im letzten Jahr und ist Schnee von gestern. Die Wechselfrist läuft bis zum 31. Januar, damit muss man leben. Ich denke, dass alle wichtigen Spieler bei uns bleiben, sie fühlen sich im Verein und vor allem in der Mannschaft sehr wohl. Maximilian Müller und Markus Paulick werden uns in der Meisterrunde nur noch als Stand-by Spieler zur Verfügung stehen, dies hat aber allein berufliche Gründe. Erneuter Konkurrent in der Meisterrunde ist der ECC Preussen Juniors, den man in den letzten Spielzeiten immer um mindestens einen Platz hinter sich lassen konnte. In dieser Saison steht es unentschieden, beide Teams gaben in der Vorrunde das jeweilige Heimspiel ab. Wie sehen sie dieses Derby, das ja auch hinsichtlich der Zuschauer die wohl größte Akzeptanz findet? Lokalderbys stehen natürlich auch bei den Spielern immer besonders im Focus, daher ist eine Prognose immer schwierig. In diesem Jahr vor den Preußen zu landen, wird schwierig, da Marco Rentzsch im Moment unter professionelleren Bedingungen arbeiten kann. Unsere Leistungsträger können häufig aus beruflichen Gründen nicht regelmäßig trainieren. Das muss man akzeptieren und ich ziehe den Hut vor unseren Spielern, mit welchem Engagement und welcher Leidenschaft sie sich in diesen Spielen präsentieren. Diese Vorrunde wurde unter anderem von einem Begriff geprägt: Ausnahmegenehmigung. Auf der Ligentagung am vergangenen Wochenende kam es zu einem einstimmigen Beschluß aller Vereine der RL N/O gegen eine erneute Ausnahmegenehmigung bezüglich der U23-Regelung, die ja schließlich die Nachwuchsförderung steigern soll. Wie lautet ihr Standpunkt zu diesem Thema, das offensichtlich nur den Nord/Ost-Bereich betrifft? Grundsätzlich stellt sich natürlich die Frage, ob davon wirklich der Nachwuchs gefördert werden kann. Sinnvoll ist sicherlich, dass sich U23 Spieler nicht fest spielen und auch die Förderlizenzlösung. Sie ermöglicht den Spielern Training und Spiel auf für sie hohem Niveau und die Möglichkeit sich parallel unter leichteren Bedingungen weiter zu entwickeln. Ob nun 3 oder 6 U23 Spieler, ist nicht so bedeutend. Wichtig ist, dass die Vereine dahinter stehen und sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten umsetzen. Aber klar ist, die Regel gibt es und nicht erst seit gestern. Sie wurde jetzt noch einmal entschärft, jetzt müssen sich alle Vereine auch daran halten. Bemängelt wird von vielen Vereinen, Fachleuten und Fans auch der sportliche Wert dieser Liga, welcher insbesondere am Austragungsmodus festgemacht wird, da er sich von Jahr zu Jahr ändert (Doppel- oder Dreifachrunde, Ab- und Aufstieg, Pokalrunde, usw.). Ist in ihren Augen ein Konzept vorhanden, mit dem alle zufrieden wären? Ein Konzept zu finden ist schwierig. Jeden Sommer die gleiche Diskussion, wie spielt die Oberliga, wer traut sich aus den unteren Ligen den Schritt zu. Aber Fakt ist, eine stabile Oberliga würde auch den Regionalligisten helfen, ihre Spielbedingungen zu finden. Der Zuspruch - gerade in Berlin - ist bei den Spielen mit durchschnittlich 250 Zuschauern (vergangene Saison FASS) eher unbefriedigend. Worin sehen sie die Ursachen und wie könnte man das ändern? Das sehe ich nicht ganz so. Es war klar, dass die Liga ohne die jetzigen Oberligisten nicht mehr so viele Zuschauer zieht. Wollen wir mal die Meisterrunde abwarten und dann ein Fazit ziehen. Schade ist, dass die Tageszeitungen fast nur noch Bundesligasport für berichtenswert halten und uns seit dieser Saison nicht mehr in die Veranstaltungsankündigungen nehmen. Ich weiß aus meinem privaten Umfeld, dass uns das auch Zuschauer kostet. Wie lautet ihr Ausblick auf die Meisterrunde? Am kommenden Sonnabend sind zum Auftakt die Wedemark Farmers der Gegner. Wedemark ist nicht zu unterschätzen. Sie haben junge talentierte Spieler und erfahrene Spieler, die schon höherklassig gespielt haben, in ihren Reihen. Mit Tim Harloff und Philipp Kulczinski haben wir die Mannschaft sinnvoll ergänzt. Vielleicht kommen noch ein oder zwei weitere Spieler hinzu. Außerdem sieht es momentan so aus, als würden uns die Förderlizenzspieler in der Meisterrunde häufiger als in der Vorrunde zur Verfügung stehen. Ich denke also, wir sind gut aufgestellt und sollten uns als Ziel das Erreichen der Playoffs setzen. Sie sind ihrem Verein und damit dem Eishockey seit zweieinhalb Jahrzehnten verbunden und es schien nicht immer die Sonne. Wie blicken sie auf ihre persönliche Zukunft? Alles offen. Mal schauen, wie es läuft. Aber irgendwann sollten mal jüngere Kräfte ran. Danke für das Gespräch.

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