Wundertüte blieb zu

Die 1b bleibt unter ihren Möglichkeiten und kassiert mit 2:8 (1:2 0:3 1:3) eine deutliche Niederlage gegen die 1b der Crocodiles

Die Frage vor dem Spiel war klar: Präsentiert sich die 1b erneut als Stolperstein für einen Top-Favoriten der Verbandsliga Nord? Die Voraussetzungen war aber alles andere als gut, denn die Hausherren konnten gerade mal etwas mehr als zwei Reihen und zwei Torhüter aufbieten, wohingegen die bisher noch ungeschlagenen Hamburger mit 17 Spielern und zwei Torhütern angereist waren. Es war also auch eine Frage der Kraft für die 1b, die ja bei einem engen Spiel auch wichtig ist.

So begann ein erstes Drittel, in dem die Gäste gleich zeigten, wohin sie wollten, nämlich vorwärts. FASS reagierte zunächst verhalten, so dass das Spiel von den Gästen geprägt wurde, zunächst aber ohne einen Erfolg verbuchen zu können. Das erste deutliche Zeichen setzten dann aber die Akademiker in der fünften Minute; nach einem Konter scheiterte Thomas Koch jedoch an Spencer Eckhardt im Tor der Crocodiles. So ging es trotz der höheren Spielanteile der Hamburger hin und her und in der neunten Minute machten auch sie auf sich aufmerksam; ein Distanzschuss ging ans Quergestänge des erneut von Sebastian Becker gehüteten FASS-Gehäuses. Und auch in den nächsten Minuten agierten die Gäste druckvoller, es benötigte jedoch ein wenig Glück zur Führung. Einen Schuss und den Nachschuss konnte Sebastian Becker noch glänzend abwehren, die Scheibe landete dabei jedoch fast auf der Linie, so dass Kai Wierzbinski diese zur Hamburger Führung nur noch über die Linie stochern musste (15.). Was danach passierte, ist nur schwer zu erklären, aber nur sieben Sekunden später stand es 0:2. Nach dem Mittelbully gelangte der Puck zu Felix Dettmer, der dann über links durchging und abzog. Man diskutierte zwar danach noch über ein angebliches Foul beim Anbully, der Treffer behielt aber seine Gültigkeit. Die Hausherren versuchten nun mehr zu agieren, aber entweder lief man sich fest oder der Hamburger Goalie parierte. So ging es dann auf das Drittelende zu, als auch FASS für seine Bemühungen belohnt wurde. Sebastian Reinhardt setzte sich links vom Tor gegen einen Hamburger durch und bugsierte den Puck acht Sekunden vor der Pause durch die Matten von Spencer Eckhardt zum Anschlusstreffer.

Sichtlich um den Ausgleich bemüht startete die 1b in das Mitteldrittel, aber das Aufbäumen wurde von den Hamburgern bestraft, denn Rene Wegner erhöhte in der 23. Minute auf 1:3. Es war dann auch nicht das Drittel der Hausherren, deren Angriffe zumeist verpufften oder die Zuspiele für eine richtig gute Möglichkeit einen Tick zu ungenau waren. Und das, was übrig blieb, wurde Beute des Hamburger Torhüters. Die Hamburger, die mit zunehmender Spielzeit in den „Ergebnis-Verwaltungsmodus“ schalteten, blieben aber trotzdem gefährlich, da FASS nun mit „offenem Visier“ agierte und dadurch Raum für Gegenstöße öffnete. Und diese nutzten die Hansestädter auch. Erst war es erneut Kai Wierzbinski, der auf 1:4 erhöhte (32.), und dann – als ob es nicht schlimmer kommen konnte – Stefan Gebauer, der in der letzten Minute dieses Drittels zum 1:5 vollendete.

FASS wechselte vor Drittelbeginn den Torhüter. Für den an den Treffern schuld- aber auch glücklosen Sebastian Becker (insbesondere beim 0:1 und 0:2) ging nun Lars Krautmann ins Tor. Und trotz der deutlichen Rückstandes gab sich die 1b nicht geschlagen, erwischte dabei auch den besseren Start. In Überzahl gelang Walto Hendriks nach schöner Rückgabe von Fabian Müller das 2:5 (43.). Geht da noch was? Leider nein, denn nur gut drei Minuten später was es nochmals Felix Dettmer, der den alten Anstand wiederherstellte, und weitere zweieinhalb Minuten danach kam es mit dem 2:7 durch Veit Badde (48.) noch dicker. Es bahnte sich nun ein echtes Debakel an, aber die Hamburger zogen es vor, das Ergebnis in „trockenen Tüchern“ zu halten; zumal das Spiel auch „unruhig“ wurde. Aber aus den folgenden Strafen für die Crocos konnten die Akademiker auch kein Kapital mehr schlagen und so blieb es Viktor Rausch vorbehalten, 40 Sekunden vor dem Ende mit dem 2:8 das Endergebnis zu markieren.

Wäre, wäre, Fahrradkette oder hätte, wenn und aber … es war nicht der Tag der 1b von FASS und obwohl die Hamburger ihr letztes Spiel vor sechs Wochen hatten, präsentierten sie sich insgesamt stärker, abgeklärter und auch in Anbetracht der Mannschaftsstärke variabler. Die Wundertüte blieb also an diesem Nachmittag zu, aber am 03. Februar darf man wieder gespannt sein. Dann geht es um 19:00 Uhr im Erika-Hess-Eisstadion gegen die Jadehaie aus Sande.

FASS Berlin 1b – Hamburg Crocodiles 1b 2:8 (1:2 0:3 1:3)

Tore:

0:1 (14:59) Wierzbinski (Sherf, Velm), 0:2 (15:07) Dettmer (Günther, Rausch), 1:2 (19:52) S. Reinhardt (Retzlaff, Levin)
1:3 (22:51) Wegner (Gebauer, Wellnitz), 1:4 (31:12) Wierzbinski (Gebauer, Gardebäck), 1:5 (39:09) Gebauer (Wellnitz, Helms)
2:5 (42:30) Hendriks (Müller, Blättler) PP1, 2:6 (45:28) Dettmer (Gebauer, Günther); 2:7 (47:53) Badde (Sherf, Velm), 2:8 (59:20) Rausch (Dettmer, Bethke)

Strafen: FASS 8 (0/8/0) – Crocos 16 (2/6/8)

Schiedsrichter: Betnerowicz, P. Heinze

Thomas Reinhardt