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Im Wellenbad der Gefühle: 1b unterliegt nach Verlängerung

Der Start in die Saison war ja für das Verbandsliga-Nord-Team von FASS, also die 1b, mit zwei krachenden Niederlagen bekanntermaßen alles andere als fanfreundlich. Der Sieg gegen die Rostocker Freibeuter vergangene Woche ließ bei den Fans aber doch die Hoffnung aufkommen, dass die Saison nicht so desolat wie schon befürchtet verlaufen wird. Also galt es nachzulegen, was aber bei den
unbekannten Gegnern in dieser „neuen“ Liga an jedem Spieltag mit einer „unbekannten Größe“ und viel Spannung gleichzusetzen ist. Und so lief es denn auch am Samstagnachmittag gegen den ESC Wedemark, der sich aber leider nach spannendem Spielverlauf und – so die Meinung vieler Fans und auch Spieler – mit einem irregulären Tor in der Verlängerung mit 6:5 im Erika-Hess-Eisstadion
durchsetzte und so zwei Punkte aus dem Wedding nach Niedersachsen mitnahm.

Mit 12 Feldspielern und zwei Torhütern waren die Wedemarker angereist, die 1b hielt mit einem Feldspieler mehr dagegen; Simon Peddinghaus bei den Gästen und Sebastian Becker sollten jeweils die Tore verhindern. Das gelang den Hausherren zu Beginn aber nur leidlich, denn nach 99 Sekunden lag die Scheibe schon in ihrem Tor. Die FASS-Spieler waren mit ihren Gedanken wohl noch in der Kabine und Karl-Arne Reiffen nutzte die Unordnung zur frühen Führung für den ESC aus. Die 1b zeigte sich aber nicht sonderlich geschockt und versuchte nun selbst, das Heft in die Hand zu nehmen, was dann mit Fortdauer des Spiels immer mehr gelang.

Trotzdem dauerte es bis zur siebenten Minute, ehe Zählbares daraus entstand und Thomas Koch auf Vorlage von Walto Hendriks ausglich. Nun hatte die 1b das Spiel immer Griff und in der 12. Minute gelang sogar die Führung. Walto Hendriks nutzte dabei nicht nur die Überzahl, sondern auch das Zuspiel von Thomas Koch. Die Freude währte aber nur eine Minute und es war wieder eine Unkonzentriertheit, mit der sich die 1b das Leben selbst schwer machte an diesem trüben Nachmittag. In Überzahl war das Team zu weit aufgerückt und ein Scheibenverlust besorgte den Rest. Cederic Neske kam an den Puck, ging nahezu ungestört durch – 2:2. In der Folge waren beide Teams eher auf Sicherung bedacht, wobei die 1b jedoch immermer wieder das aufblitzen ließ, was sie in der letzten Spielzeit so stark gemacht hatte, nämlich die Tempo-Gegenstöße. Aber leider blieben diese Chancen von Thomas Koch und Co. leider ungenutzt und es passierte das, was kein Team
kurz vor einer Drittelpause gebrauchen kann: Ein weiteres Tor.
Wiederum Cederic Neske brachte in Überzahl die Wedemarker erneut in Führung, so dass es mit 2:3 in die erste Pause ging.

Den besseren Beginn hatte aber die 1b auf ihrer Seite, nach 42 Sekunden im Mittelabschnitt war es Thomas Koch, der zum 3:3 ausglich. Aber Freud und Leid liegen ja dicht beieinander und so dauerte es nur 17 Sekunden, bis man wieder zurücklag. Tim Böttcher, der ja in Berlin auch einen „gewissen“ Bekanntheitsgrad erreicht hat, erzielte aus einer Spielertraube heraus die erneut Führung für die Gäste. Und nur 22 Sekunden später kam es noch dicker, denn Karl-Arne Reiffen erhöhte auf 3:5 (22.). aber die 1b gab sich nicht geschlagen: Thomas Koch mit seinem dritten Treffer (35.) und Namensvetter Niclas Koch (40.) glichen bis zur zweiten Pause aus. Nun war sie wieder da, diese Überlegenheit, die die 1b zwischenzeitlich gezeigt hatte, und das versprach viel für den Schlussabschnitt.

Aber leider war da wohl zu viel versprochen. Erkennbar überlegen war das Team zwar, die Chancenverwertung muss jedoch als „mangelhaft“ oder mit „zu viel Pech“ bezeichnet werden. Da sich der ESC jedoch auch nicht sonderlich besser anstellte, blieb die letzten 20 Minuten torlos, so dass es in die Verlängerung ging.

Auch hier zeigte sich das selbe Bild. Die 1b hatte das Spiel im Griff und auch 20 Sekunden vor dem Ende eine wirklich gute Gelegenheit zum Sieg, aber die Scheibe ging am Tor vorbei. So war es der direkte Gegenzug, der die Entscheidung zu Gunsten des ESC brachte. Nahezu ungestört konnte Florian Tolksdorf bis vor das FASS-Gehäuse ziehen und die Scheibe lag dann drin. Die Schiedsrichter gaben den Treffer, die Proteste der Mannschaft hielten sich auch in Grenzen, aber danach gaben mehrere Fans und Verantwortliche an, dass der Wedemarker Spieler
die Scheibe nicht mit dem Schläger, sondern mit dem Hacken seines Schlittschuhs über die Torlinie befördert hat. Sei’s drum, den Videobeweis gibt es nicht und die Schiris, denen man keinen Vorwurf machen kann, haben entschieden.

Zwei Punkte weg, also auf ein Neues im nächsten Spiel.
Und damit bin ich auch schon beim Thema. Schafft es die 1b ihre Unkonzentriertheiten sowohl vor dem eigenen Gehäuse bzw. in der Defensive als auch die im Sturm abzustellen, kann man noch so einiges erwarten von dem Team in der Verbandsliga Nord. Stellenweise war es richtig schön anzusehen, was da auf dem Eis passiert ist …

F.A.S.S. Berlin vs. ESC Wedemark 5:6 n. V. (2:3 3:2 0:0 – 0:1)
Tore:
0:1 (01:39) Reiffen (Meyer), 1:1 (06:20) Th. Koch (Hendriks), 2:1 (11:48) Hendriks
(Th. Koch) PP1, 2:2 (12:50) Neske UZ1, 2:3 (19:01) Neske (Reiffen) PP1
3:3 (20:42) Th. Koch (Wegener), 3:4 (20:59) Böttcher (Reiffen, Meyer), 3:5 (21:21)
Reiffen (Neske, Böttcher), 4:5 (34:51) Th. Koch (Hendriks), 5:5 (39:19) N. Koch
(Wegener)
5:6 (64:46) Tolksdorf (Neske, Reiffen)

Thomas Reinhardt

Der Knoten ist geplatzt – Verbandsliga kapert Punkte von den Rostocker Freibeutern

Es mutet schon beinah wie eine kleine Sensation an, es ist aber zumindest eine faustdicke Überaschung, denn nach zwei wirklich hohen Niederlagen (3:10 vs. Bremerhaven, 2:17 vs. Harsefeld) konnte die 1b von FASS Berlin den ersten Sieg in der Verbandsliga Nord feiern. Mit 6:3 (3:1/2:1/1:1) wurde gegen die favorisierten Rostock Freibeuter gewonnen, die selbst letztens erst gegen die Bremerhavener gewonnen hatten.

Wieder mit einem Minikader von elf Feldspielern ging die 1b von Fass in dieses Spiel. Die hielten gegen die mit einem Feldspieler mehr angereisten Freibeuter gut mit und konnten durch Andrej Renner nach drei Minuten in Führung gehen. Den Gästen gelang jedoch das 1:1. Torschütze war nach einer schönen Kombination Christoph Kuhlmey (8.). Die Weddinger zeigten sich davon aber unbeeindruckt und bis zur Pause brachten Sebastian Reinhardt (10.) und Thomas Koch (16.) die Akademiker mit 3:1 in Führung.

Auch nach der ersten Pause hielten die Gastgeber weiter mit. Eine erste Strafe wurde überstanden und wenig später sorgte Thomas Koch für das 4:1 (29.). Und es kam noch besser, denn selbiger erhöhte in Überzahl gar auf 5:1 (30.). Den Rostockern gelang durch Lennart Scheitz sechs Minuten vor der Pause noch der Anschlusstreffer.

Begünstigt durch ein Powerplay versuchten die Freibeuter sofort Druck aufzubauen, viel sprang dabei aber nicht heraus. Die Weddinger machten es besser. Ein Puckgewinn an der blauen Linie der Gäste nutzte Sebastian Reinhardt aus und traf zum 6:2 (44.). In Überzahl gelang Phil Bergemann fünf Minuten später das 6:3-Anschlusstor. Diesen Vorsprung retteten die Akademiker über die Zeit und können nun die ersten drei Punkte feiern.

Schiedsrichter: N. Meißner, E. Posacki

Strafen: FASS 14 (0/4/8), Rostock 6 (0/2/4)
Tore:
1:0 (02:56) A. Renner (S. Reinhardt, M. Stein); 1:1 (07:16) Ch. Kuhlmey (P. Sponholz);
2:1 (09:42) S. Reinhardt (M. Stein, M. Nowak); 3:1 (15:58) T. Koch (D. Levin, H. Röthemeier); 4:1 (28:39) T. Koch (B. Retzlaff) PP1; 5:1 (29:30) S. Reinhardt (F. Müller, T. Koch); 5:2 (33:25) L. Scheitz (Ch. Kuhlmey, D. Ternick);
6:2 (43:26) S. Reinhardt; 6:3 (48:46) P. Bergemann PP1

Thomas Reinhardt