Wer ist eigentlich FASS Berlin?

FASS Berlin hat zum ersten Mal das Play-off-Finale in der Regionalliga Ost erreicht. Grund genug, einmal die Vereinsgeschichte zu beleuchten.

Anfänge

Die Geburtsstunde des Eishockeys bei FASS Berlin war im Sommer 1972. Seit zwei Jahren gab es ein starkes Eishockeyteam der Technischen Universität (TU) Berlin im Eisstadion Wedding, welches einen Verein als „Hülle“ suchte, um seinen Spielbetrieb im Rahmen des DEB durchführen zu können. Man fand den 1962 gegründeten Freien Akademischen Sportverein Siegmundshof (F.A.S.S.) e.V. – benannt nach dem nahe gelegenen Studentenwohnheim – der in den 60er Jahren in zahlreichen Sportarten aktiv, aber inzwischen „eingeschlafen“ war. Fortan war FASS Berlin auf der Landkarte des deutschen Eishockeys – und sollte auch nie mehr verschwinden.

In den ersten Jahren wurden zahlreiche Erfolge eingefahren: Gleich dreimal (1974, 1977, 1981) wurde man Meister der Regionalliga Nord, eine Saison spielte das Team um Goalie Walter Emslander und Torjäger Erwin Ganster sogar in der Oberliga Nord (1974/75). Bis 1993 hielten sich die Weddinger in der Regionalliga Nord (Rekord!), dann stieg man in die Landesliga Berlin ab. Dort dominierte FASS und gewann den Titel 1995, 1996 und 1997 – doch erst nach dem dritten Titel wagte man den Schritt in die Verbandsliga. In der Landesliga ist FASS übrigens Rekordmeister mit neun Titeln, denn auch FASS 1b und FASS 1c konnten sich wiederholt in die Gewinnerliste eintragen.

Nummer 2 in Berlin
Die 2014 erschienene Vereinschronik ist im Online-Shop der Eishockey News oder an unserem Fanstand erhältlich.

In der Verbandsliga Nord wurden die Nordberliner erneut Meister und stiegen in die Regionalliga auf. In den Folgejahren wurde die Liga zunehmend professioneller, und FASS gelang es, mit zu wachsen und ein fester Bestandteil der Regionalliga Ost (oder Nord-Ost) zu werden. Zwischen 2007 und 2017 gab es eine Kooperation mit den Eisbären Berlin, die FASS ermöglichte, in der Oberliga Ost und ab 2015 sogar in der sehr leistungsstarken Oberliga Nord zu spielen. Auf dem Höhepunkt der Kooperation gewann FASS 2013 den Oberliga Ost-Pokal. Danach gab es zunehmend „Sand im Getriebe“, bis man nach der Saison 2016/17 die Kooperation beendete, den Abstieg in die Regionalliga Ost akzeptierte und (nach einigen Jahren im Wellblechpalast) ins Erika-Heß-Eisstadion zurückkehrte.

Die Saison 2021/22 ist wahrscheinlich die erfolgreichste der Vereinsgeschichte. Die Erste Mannschaft steht im Finale der Regionalliga Ost, die FASS 1c Allstars kämpfen am kommenden Wochenende um die Meisterkrone der Landesliga (nachdem sie zuletzt zweimal nur durch Corona gebremst werden konnten) und das 2020 gegründete FASS-Frauenteam holte gleich in seiner ersten Saison den Meistertitel in der 1. Frauenliga Nordost. FASS Berlin ist derzeit die unumstrittene Nummer 2 im Berliner Eishockey!

Nachwuchs

Auch die Nachwuchsarbeit hat eine lange Tradition im Wedding. Die ersten Anläufe in den 70er Jahren waren nicht nachhaltig, doch seit 1987 nimmt die Ausbildung junger Sportlerinnen und Sportler breiten Raum im Vereinsleben ein. Lange lag der volle Fokus auf dem Breitensport; wer sich im Leistungssport entwickeln wollte, musste zu den „großen Nachbarn“ in Charlottenburg und Hohenschönhausen wechseln. Immerhin stehen heute mit Gregor Kubail, Danny Bohn, Lenny Sturm und Niklas Weihrauch vier Spieler im Kader der Regionalliga-Mannschaft, die auch eine Zeitlang bei FASS ausgebildet wurden. Gleiches gilt für die Ex-Nationalspielerin Nina Kamenik.

Zum Markenkern von FASS Berlin zählt die wirtschaftliche Stabilität. Niemals hat der Verein über seine Verhältnisse gelebt. Heute ist FASS – zumindest außerhalb von Bayern – der älteste Eishockeyverein in Deutschland, der noch nie pleite war. Hält jemand dagegen?

FASS Berlin
Author: FASS Berlin