Punkt gewonnen

In einem spannenden Spitzenspiel unterlag FASS Berlin bei den Chemnitz Crashers mit 5:4 (2:1, 2:1, 0:2, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen. Auch wenn FASS das Spiel weitgehend überlegen gestaltete, kann man aufgrund des Spielverlaufs mit dem Punkt durchaus zufrieden sein.

Das Spiel

FASS war mit 17 Skatern und zwei Torleuten nach Chemnitz gereist. Im Tor stand Sören Thiem. Das Team zeigte von Beginn einen sehr starken Auftritt, scheiterte aber immer wieder am bärenstarken Kopp im Chemnitzer Gehäuse. Auch eine 5:3-Überzahl wurde nicht verwertet, wobei zweimal das Metall klingelte. Besser machten es auf der Gegenseite die Crashers, die ihre erste Überzahl durch Kneuse nutzten (10.). Auf der Gegenseite gleich Dennis Merk ebenfalls im PowerPlay aus (19.), als Luis Noack einen Abpraller klug auf den Mitspieler ablegte. Bei angezeigter Strafe schlugen die Gastgeber noch Kapital aus der Passivität der Berliner und gingen mit einer schmeichelhaften 2:1-Führung in die Pause.

Gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts sorgte Dennis Merk wahrscheinlich für den Short Hander des Jahres, als er selbst das Bully im eigenen Drittel gewann, unwiderstehlich auf die Reise ging und Kopp die Scheibe durch die Beine schob. Leider hielt die Freude nur kurz, denn der zweite Doppeltorschütze Sittel nutzte das Überzahlspiel noch zum erneuten Führungstreffer (23.). Das Spiel war im zweiten Drittel völlig ausgeglichen, doch es waren wieder die Weddinger, die mit einem Fehlpass im eigenen Drittel den Chemnitzer Topscorer Berlin zum 4:2 einluden (35.). Zuvor hatte Marvin Miethke nach einem Faustkampf (wie auch sein Kontrahent) eine Spieldauer-Disziplinarstrafe kassiert; seinen Platz in der Defensive nahm fortan Niklas Weihrauch ein.

FASS zeigte eine engagierte Teamleistung (Foto: Sinah Scholz)

Die etwa 15 mitgereisten FASS-Anhänger unter der imposanten Kulisse von 1168 Zuschauerinnen und Zuschauer sollten im Schlussdrittel eine Energieleistung ihres Teams erleben. FASS fuhr Angriffswelle um Angriffswelle auf den Kasten von Kopp, die Crashers lauerten auf den entscheidenden Konter. Die wenigen Chancen vereitelte allerdings Sören Thiem, während Nico Jentzsch auf Vorarbeit von Stefan Freunschlag den Anschlusstreffer schoss (45.). Danach schien das Tor der Chemnitzer wie vernagelt. Als Patrick Preiß in der 58. Minute einen Chemnitzer Angriff nur noch regelwidrig unterbinden konnte und auf die Strafbank musste, schien die Entscheidung schon gefallen. Doch nach einer Parade von Sören Thiem spielte Ludwig Wild die Scheibe in den Lauf des schnellen Felix Braun, der auf und davon zog und den zweiten Unterzahltreffer des Abends markierte. Danach überstand FASS sogar fast eine Minute in doppelter Unterzahl, weil sich das Team leidenschaftlich gegen die Niederlage stemmte.

Auch die Overtime brachte keine Entscheidung. So ging es ins Penaltyschießen, welches Chemnitz erfolgreich für sich reklamierte. Gleichwohl war es für FASS ein gewonnener Punkt, der sich in der Schlussabrechnung noch als sehr wertvoll erweisen kann. Der zweite Tabellenplatz ist den Berlinern schon jetzt nur noch theoretisch zu nehmen, so dass man in einem möglichen Halbfinale das Heimrecht im ersten und gegebenenfalls dritten Spiel sicher hat.

Statistik

FASS: Thiem (Bonness) – Babinsky, Pilz; Wild, Miethke; Preiß, Kruggel; Weihrauch, Levin – Noack, Kubail, Merk; Volynec, Fiedler, Braun; Jentzsch, Butasch, Freunschlag.
Tore:
1:0 (09:35) Kneuse PP1,
1:1 (18:16) Merk (Noack, Babinsky) PP1,
2:1 (19:38) Sittel;
2:2 (21:20) Merk (Noack) SH1,
3:2 (22:19) Sittel PP1,
4:2 (34:11) Berlin;
4:3 (44:24) Jentzsch (Freunschlag, Pilz),
4:4 (58:04) Braun (Wild, Thiem) SH1;
5:4 (65:00) Nikitins SOW.
Schiedsrichter: Noeller – Heppner, Löhmer.
Strafen: Crashers 17 + 20 (Werner), FASS 19 + 20 (Miethke).
Zuschauer: 1168.
Schüsse: 33-49.
Face-off: 26-54.

Foto: Carsten Carstensen

FASS Berlin
Author: FASS Berlin